Fußball Oberliga: ... Erste mit Erfolg in Leipzig

Erste knüpft nahtlos an die Erfolgsserie an

Testspiel: BSG Chemie Leipzig – VfB Germania Halberstadt  1:4  (0:3)

(von Bernd Waldow)

Anders als im Halberstädter Friedensstadion, darf der Kunstrasenplatz in Leutzsch vom Schnee geräumt werden. So spielte die Unbespielbarkeit der Plätze im heimischen Stadion Manuel Rost ebenso in die Karten, wie die Tatsache, dass Chemie den Nachholer gegen Luckenwalde absagen musste (Nur der nicht bespielbare Rasenplatz im AKS ist für die Regionalliga gemeldet). Nach dem Ausfall der geplanten Begegnung bei Carl Zeiss Jena, stand somit plötzlich doch ein echter Hochkaräter auf dem Spielplan, ohne Hertha 03 damit eine gewisse Qualität absprechen zu wollen. Da sich Chemie auf den Punktspielstart vorbereitet hatte, erwartete Manuel Rost einen Gastgeber, der die Halberstädter echt fordern würde, auch aber nicht nur vom läuferischen Aspekt her. Der VfB Germania seinerseits fieberte nach den Indoor-Einheiten zuletzt dem Freiluft-Fußball förmlich entgegen. Entsprechend spürte man bei jedem Akteur die Lust und den unbedingten Willen, endlich wieder draußen auf dem Platz Fußball zu spielen.

Gesagt, getan. Ordentliche Mannschaftsstärke, statt kleiner Trainingsgruppe. Der VfB Germania ließ von Beginn an keinen Zweifel daran, hier nicht nur als Sparringspartner auflaufen zu wollen. Die Bedingungen auf dem gefrorenen und damit harten Platz zwar schwierig, doch die Gastgeber hatten alles dafür getan, reguläre Bedingungen zu schaffen.

In der Kälte von Leipzig dauerte es eine Viertelstunde, bis es zum ersten Mal einschlug. Denis Vukancic eröffnete den Torreigen (15.) zugunsten der Domstädter. Das passte Chemie nicht, doch die Mittel der Gegenoffensive konnten die Halberstädter Defensive nicht überrumpeln. Sie hielt dicht, während die Offensivabteilung an den nächsten Treffern arbeitete. Valentin Masuth erzielte nicht nur das 0:2 (25.), sondern konnte nur sieben Zeigerumdrehungen später sogar auf 0:3 stellen. Mit diesem etwas überraschenden, aber nicht unverdienten Zwischenstand ging es in die Kabinen. Große Spielfreude, eine homogene Teamleistung mit einer reifen Kompaktheit und eine ordentliche Chancenverwertung zeigten auf, dass die Jungs sich auf einem guten Stand befinden, in der Lage waren, die BSG unter Druck zu setzen und zu stressen.

Miroslav Jagatic wird den Seinen in der Pause einiges erzählt haben, denn Chemie hatte im zweiten Durchgang erkennbar etwas vor. Da waren die Halberstädter mit den Gedanken wohl noch nicht vollends wieder auf dem Platz, was Janik Mäder nutzte, um gleich nach Wiederanpfiff auf 1:3 (47.) zu verkürzen. Zur ganzen Szenerie gehört aber auch, dass der Treffer nicht aus dem Spiel heraus entwickelt wurde, sondern einem Elfmeter entsprungen war, nach unsauberer Aktion gegen den gerade eingewechselten Maximilian Jagatic, der dann im Nachschuss verwandelt wurde.

Wer jetzt aber die große Aufholjagd der ambitionierten Leutzscher erwartet hatte, der hatte die Rechnung ohne die Moral der Halberstädter aufgemacht. Die pushten sich, hier nicht einzuknicken – und hielten stand. Mitte der zweiten Hälfte gelang es Pascal Hackethal sogar, den alten Abstand wieder herzustellen (70.), als er das 1:4 markierte. Auch in den verbleibenden zwanzig Minuten hielt die Defensivabteilung mit konzentrierter Leistung den Vorsprung, so dass am Ende ein deutlicher 4:1-Auswärtssieg in die Statistik eingeht.

 

Manuel Rost und sein Trainerteam interessierten sich allerdings vornehmlich für die Art und Weise, in der sich ihre Mannschaft präsentierte, sammelten fleißig Eindrücke und durften ihrem Team zu diesem gelungenen Test gratulieren.