Fußball Oberliga: ... Erste mit spätem Erfolg im 7-Tore-Heimspiel

Wildes Spiel nimmt für die Halberstädter ein gutes Ende

NOFV-OL Süd: VfB Germania Halberstadt – VfL Halle 96  4:3 (1:2)

(von Bernd Waldow)

 

Nach dem Pokalfight von Halle gäbe es keinen Leerlauf, meinte Manuel Rost vor der Partie, die Ziele, Corvin Kosak bei der Jagd nach der Torjägerkrone zu unterstützen und als Team mit einem Sieg noch vor dem letzten Spieltag Platz drei in der Liga zu festigen, sie wären groß genug, den Fokus auf Heimsieg zu stellen. Nicht zuletzt, um den treuen Fans im Friedensstadion nebst Sponsoren und Gästen etc. auf diese Fußball typische Weise noch einmal „Danke“ zu sagen. Die Partie begann ganz nach dem Geschmack der Domstädter, denn einen Abstimmungsfehler in der 96-Defensive nutzte Corvin Kosak bereits vor Ablauf der ersten 60 Sekunden eiskalt aus, eroberte das Spielgerät und schob schräg aus rund 20 Metern zum 1:0  in die kurze Ecke ein. Doch Bruder Leichtfuß spielte nicht nur auf Hallenser Seite eine gewichtige Rolle an diesem Tag. Ecke von links, sehr unzureichend verteidigt und Jegor Jagupov konnte seinen Freiraum vier Meter vor dem Tor kaum fassen (8.) und stellte flach auf 1:1. Es ging in der Folge munter hin und her, wobei viele gute Offensivaktionen durch teils haarsträubende Fehler im Aufbauspiel auf beiden Seiten eingeleitet wurden. So musste Fabian Guderitz im Halberstädter Tor Kopf und Kragen riskieren (18.), rettete per Fußabwehr gegen Oleksil Ohurtsov, der frei vor ihm aufgetaucht war. Zehn Minuten später hätte Kosak sein Torkonto aufbessern können, köpfte eine Ecke aber in bester Position über den Kasten. Anschließend fing Halle einen HBS-Freistoß ab und konterte, doch Vujanic traf aus erstklassiger Position links vorbei.  Auf der anderen Seite 96 zu langsam, Bocar Baro enteilte der Abwehrreihe und hob die Kugel gefühlvoll über Keeper Maurice Münch (31.), traf aber nur die Querstange. Danach fehlte auf Halberstädter Seite der klare Zugriff, so dass Luka Vujanic im Sechzehner nahezu unbehelligt abziehen konnte (38.), dabei ließ er Guderitz keine Abwehrchance und der VfB Germania lag zur Halbzeit 1:2 hinten. Nur 1:2 muss man sagen, denn noch vor dem Halbzeitpfiff rettete Guderitz in großer Manier gegen Jagupov, der ohne Bewacher frei zum Abschluss kam (45.). Für den zweiten Durchgang kam Silvio Rust ins Spiel, der die Aktionen der Hiesigen deutlich beleben konnte, zunächst aber tatenlos mit ansehen musste, dass Nils Morten Bolz nicht ernsthaft gestört wurde, als er links in die Box eindrang (48.) und einen Schrägschuss an den rechten Innenpfosten zwirbelte. So lang sich Guderitz auch streckte, nichts zu machen, vom Aluminium sprang die Kugel ins Netz zum 1:3. Dann wieder Kosak: Münch faustete fast senkrecht nach oben (52.) den herab fallenden Ball erreichte Halberstadts Nummer 9 mit dem Kopf und platzierte das Spielgerät genau neben dem Pfosten, doch auf der Linie wurde noch zur Ecke gerettet. Direkt im Gegenzug musste dann auch Guderitz wieder sein ganzes Können aufbieten, um mit einer Hand noch zur Ecke zu klären. Paul Grzega hatte von dem Spielchen genug, nahm selbst die Zügel in die Hand. Kurzer Antritt auf der rechten Seite, Verteidiger düpiert, nach innen gezogen und Schuss von der Strafraumgrenze ins Tor – so einfach geht das! 2:3 (53.) und wieder Hoffnung und Lust auf mehr... Hätte in der nächsten Aktion bereits klappen können, als gleich drei Halberstädter bereit waren, eine Linksflanke zu veredeln, allerdings tat es niemand von ihnen (61.) – Chance liegen gelassen. Wieder zehn Minuten später Ballverlust im Vorwärtsgang, Halle mit dem Konter in Überzahl, aber Vujanic zog seinen Versuch links vorbei! Fast identisch der Spielzug in der 75. Minute, doch hier gelang es Grzega, mit einem tollen Sprint und einem exakten Timing seinen enteilten Gegenspieler noch zu stellen und sauber zu klären. Joel Klaschka, mittlerweile im Spiel, hatte die nächste gute Idee, von der Strafraumgrenze abgezogen, traf er die Lattenunterkante. Torverdächtig, aber die Unparteiischen meinten: Kein Tor. Einfacher die Szene in der 80. Minute: Ecke Edhem Hujdurovic, Kopfball Bocar Baro, Tor! 3:3.  Als Ohurtsov in der 90. Minute „Gelb-Rot“ sah, wähnten sich die Halberstädter schon für den Rest der Spielzeit in Überzahl, doch der verletzt ausscheidende Valentin Masuth konnte nicht mehr ersetzt werden, da nur drei Feldspieler einsatzfähig und mittlerweile eingewechselt waren. Im Spiel 10 gegen 10 gab es nach langer Unterbrechung eine letzte Ecke, die Pascal Hackethal von rechts nach innen brachte. Mit aller Entschlossenheit rückten sie ein und der Ball landete tatsächlich im Netz. Laut Schiedsrichter durch ein Eigentor von Mykyta Shevtsov (90.+6). Den Halberstädtern war es egal Ein teilweise vogelwildes Spiel, das sie zum Schluss „auf dem Zahnfleisch“ siegreich gestalteten. Platz drei ist den Jungs nun nicht mehr zu nehmen!