Zweites Vorbereitungsspiel – hinten steht die „Null“
VfB Germania Halberstadt – BSC Acosta 3:0 (0:0)
(von Bernd Waldow)
Teil zwei des Belastungstests am ersten Spielwochenende stand plötzlich im Laufe des Sonnabends auf der Kippe. Als die Halberstädter noch in Limbach-Oberfrohna gegen Chmenitz kickten, sickerte die Meldung durch, dass man in Braunschweig plötzlich die Rasenplätze gesperrt habe. Um dennoch den eingeplanten „Härtetest in zwei Akten“ durchführen zu können, galt es nun, die ganze Improvisationskunst abzurufen. Das Resultat dessen war erfreulich und für die Spieler angenehm, denn die Option hieß jetzt Heimspiel auf dem Trainingsplatz 2 im Friedensstadion.
Die Elf, die Manuel Rost hier ins Spiel schickte, diktierte erwartungsgemäß das Match von Beginn an. Schon bald ergaben sich Möglichkeiten, Silvio Rusts Kopfball und Joel Klaschkas satter 20-Meter-Schuss wurden vom Torhüter geklärt, Davis Boateng eroberte früh den Ball, verlud den Keeper, schob das Spielgerät allerdings um Zentimeter rechts am Kasten vorbei. Das Spiel fand fast ausnahmslos in der Hälfte des BSC statt, Fabian Guderitz verlebte im HBS-Tor einen ruhigen Nachmittag. Viele gute Staffetten zeigten die Halberstädter, erneut blieben aber zu viele Chancen ungenutzt.. Edhem Hujdurovic schickte einen Strahl aus 20 Metern, den Abpraller versenkte Klaschka dann endlich im Tor (27.), doch Schiedsrichter Alexander Lück reagierte auf das Abseitssignal seines Assistenten und kassierte den Treffer wieder ein. Besser erging es auch nicht Fabio Ertmer, der gut zehn Minuten später ein Zuspiel von Boateng bekam, in die Box eindrang und entschlossen vollstreckte, doch hier soll zuvor bei der Ballannahme von Boateng die Hand im Spiel gewesen sein – wieder kein Tor und weiter 0:0. Julien Huber war in guter Position (42.), legte aber weiter auf Klaschka, der zielte vom Strafraumeck aus links vorbei. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff konnte dann auch Fabian Guderitz eingreifen, nahm einen Fernschuss locker auf.
Fünf Minuten nach Wiederanpfiff hatte Boateng erneut eine gute Chance, schoss aber von halb rechts am hinteren Pfosten knapp vorbei. Eine der gefürchteten Einwurf-Flanken von Pascal Hackethal leitete dann die hoch verdiente Führung für den VfB Germania ein, die in der 52. Minute von Sivio Rust per Kopf erzielt wurde. Fünf Zeigerumdrehungen später verlängerte Boateng mit der Fußspitze einen Ball ins Tor, doch auch hier erkannte das Schiedsrichter-Trio ein Abseitsstellung und nahm den Halberstädtern das inzwischen dritte Tor. Ein gültiger Treffer fiel dann aber sechzig Sekunden später, als die Gastgeber den Ball mal nicht „ins Tor tragen“ wollten, sondern Edhem Hujdurovic aus der Distanz abzog (59.) und unhaltbar platziert traf. Die Gäste zeigten sich inzwischen offensiv etwas mutiger, brachten es aber nur selten zu großer Gefahr vor dem jetzt von Paul König gehüteten HBS-Tor. Trotz der teilweise nach der Sonnabend-Belastung schweren Beine der Hiesigen, blieb der Wille erkennbar, sich hier nicht mit dem nötigsten zufrieden zu geben. Auch Manuel Rost hatte eine klare Ansage an die teils umformierte Defensive: „Hinten die Null ist wichtiger als vorne die Drei“ mahnte der Coach zu Konzentration und Einsatz. Die Mannschaft gab denn auch bis zum letzten Tropfen alles und hielt hinten dicht. Vorne wurde es zudem noch immer gefährlich. Leon Wiedenbein schloss aus halb linker Position ab, konnte den Keeper aber nicht überwinden, das schaffte Augenblicke später Jano Conrad aus ähnlicher Position und stellte auf 3:0 (72.), bevor sich zweimal Sezar Gönülcan vor dem Tor zeigte, jedoch beide Male (84./88.) mit seinen Versuchen knapp an der linken Torstange vorbei zielte.
Am Ende blieb es beim klaren 3:0 plus der drei aberkannten Treffer, die jedoch teils sehenswert heraus gespielt waren. Die Akteure dürften das Trainerteam insgesamt wohl sehr zufrieden gestellt haben, denn jeder einzelne zeigte höchsten Einsatz trotz der Belastungen des Vortages. Auch von Verletzungssorgen ist nichts überliefert, also alles in allem ein gelungener Test.
