Fußball Oberliga: ... Rückblick auf ein langes Wochenende

Heim-Trainingslager und Auswärtssieg

SSV Kästorf – VfB Germania Halberstadt 1:2 (1:0)

(von Bernd Waldow)

Im Mittelpunkt des Wochenendes stand ein dreitägiges Trainingslager mit Team-Building-Maßnahmen (u.a. gemeinsames Übernachten auf dem Stadiongelände und Kanu-Tour), dazu ein reichhaltiges Traingsprogramm und schließlich ein Testspiel nördlich von Braunschweig, auf der Anlage des TuS Müden-Dieckhorst an der Aller.

Herzliche Gastgeber und eine nach Kräften gut aufbereitete Anlage, die trotzdem tückische Unebenheiten hatte, wie bereits beim Aufwärmprogramm spürbar war, luden ein.

Der VfB Germania auch gleich in Spiellaune, schaltete in den Vorwärtsgang und ließ den SSV Kästorf schwere Abwehrarbeit verrichten. Paul Grzega, inzwischen zum Team gestoßen, war in dieser Phase der auffälligste Akteur, der alleine einen beruhigenden Vorsprung hätte heraus schießen können. Doch da wurde ein spektakulärer „Hammer“ aus halbrechter Position zum Materialtest für das Lattenkreuz (4.), geriet der Abschluss etwas zu hoch (14.), hielt der Torwart (24.), wurde noch zur Ecke geblockt (26.) oder eine Eingabe nur knapp verpasst – irgendwas schien sich gegen die Halberstädter verschworen zu haben.

Auch Joel Klaschka, der zweimal vorgelegt hatte, zielte ein Stück zu hoch (12.).

Der SSV setzte auf Konter, einmal ordentlich ausgespielt, aber die HBS-Restverteidigung war auf der Hut (15.), Edhem Hujdurovic eroberte das Spielgerät im eigenen Strafraum sauber zurück. Als Silvio Rust einmal mehr Paul Grzega als Zielspieler fand und dessen Versuch zur Ecke geblockt wurde (30.), konterte der SSV nach dieser Ecke, wurde gestört, schaffte aber durch Jannes Drangmeister trotzdem den Abschluss nach Service von rechts (32.) und brachte erstmals einen Ball auf das Halberstädter Tor. Lukas Cichos reagierte mit großem Reflex, doch die Kugel trudelte trotzdem am hinteren Pfosten noch über die Linie und bescherte dem SSV die schmeichelhafte Führung, die den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Von diesem Zeitpunkt an schoss der VfB Germania praktisch „aus allen Rohren“, ließ dem SSV keinerlei Entfaltungsmöglichkeiten. Highlight eine brutale Direktabnahme von Pascal Hackethal aus spitzem Winkel (35.), die irgendwie noch zur Ecke abgefälscht wurde.

So blieb es beim 1:0 zur Pause und Manuel Rost beließ es beim Personal der ersten Halbzeit, wollte erst ergebnistechnisch Klarheit, bevor er weiteren Spielern mehr Einsatzzeit einräumen wollte. Der längst fällige Ausgleich dann eine schnörkellose Kombination über die rechte Seite, final mit kluger Flanke von Julien Huber (50.), die Joel Klaschka erreichte, der am zweiten Pfosten einlief und per Kopf traf. Die Vorteile weiter beim VfB Germania, doch manche verheißungsvolle Aktion wurde durch die Schiedsrichter, die nicht auf dem höchsten Level agierten, leider ausgebremst, bevor sie hätte Früchte tragen können.

Philipp Heller, der nach gut einer Stunde für Joel Klaschka eingewechselt wurde, brauchte keine Anlaufzeit, sah das Treiben, als er über die linke Seite in den Strafraum eindrang und zog humorlos ab (65.), so dass das Spielgerät, sauber platziert, seinen Weg in die rechte untere Torecke fand – Spiel gedreht. Danach kam Felix Genschmar ins Spiel, der in den verbleibenden zwanzig Minuten mehrere auffallend gute Aktionen für sich verbuchen konnte.

Dabei startete er beispielsweise mehrfach nach traumhaften Zuspielen von Lukas Cichos, der ihm präzise in den Lauf servierte, gefährliche Flügelläufe. Auch Pascal Hackethal und Edhem Hujdurovic zeigten sich in ihrem Spiel variabel, wobei „Hacke“  nur knapp ein Treffer verwehrt wurde. Als er auch in der Schlussviertelstunde noch einen „Strahl“ absendete, der nur knapp über die Querstange rauschte. Den Vorsprung brachten die Rost-Schützlinge sicher über die Ziellinie, verpassten es aber, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Das hat manchem Spieler, in Einsatzbereitschaft lauernd, leider eine längere Einsatzzeit verhagelt, denn das Risiko, aus Unerfahrenheit den Sieg doch noch aus der Hand zu geben, wollte der Coach der Halberstädter dann doch nicht eingehen.

 

Trotzdem, eine ordentliche Vorstellung des VfB Germania gegen einen sehr ambitionierten SSV Kästorf, der ehrgeizig versuchte, den Halberstädtern beizukommen und ihnen den Erfolg zu verderben. Das wusste das Team allerdings mit Disziplin, Konzentration und Einsatzfreude zu verhindern, trat so als verdienter Sieger die Heimreise an.