Fußball Oberliga: ... Erste mit erfolgreichem Heimspielstart

Minimale Torausbeute für maximalen Punkte-Ertrag

NOFV-OL Süd: VfB Germania – VfB Auerbach 1:0 (1:0)

(von Bernd Waldow)

Sehr schwer zu kalkulieren war der Gast aus Auerbach in Bezug auf die Reaktion des Teams auf die herbe 0:5-Auftaktpleite. Von tiefer Verunsicherung bis Trotzreaktion hätte es alles sein können, entsprechend vielseitig gefächert musste Manuel Rost seine Jungs einstellen. Diese ließen keinen Zweifel am festen Willen, hier den erstrebten „Dreier“ zu erkämpfen. Ein insgesamt schwieriges Unterfangen, das die Halberstädter am Ende jedoch meistern konnten – von einem schmutzigen 1:0 spricht man da gerne in „Fachkreisen“.

Beide Mannschaften begannen das Spiel vorsichtig offensiv, suchten zwar den Weg nach vorn, scheuten dabei allerdings das letzte Risiko und gingen auch nicht volles Tempo.

Dennoch waren die Annäherungen der Hausherren gefährlicher. Auerbach-Keeper Stanley Birke schob bei der Spieleröffnung beinahe Davis Boateng die Kugel in die Füße, das hätte schief gehen können (18.) und dann kam er gegen Daniel Heinrich nicht gleich an den Ball (20), konnte aber mit Glück im Nachfassen klären. Danach war es Philipp Heller (36.), der wenige Meter vor dem Tor unter Bedrängnis nicht sauber zum Abschluss kam, nachdem ihn Boateng nach starker Zweikampfführung im Zentrum bedienen konnte. Für die zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung leistete Pascal Hackethal die lehrbuchreife Vorarbeit (41.), kontrollierte die Kugel kurz vor dem Strafraum, ließ mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler ins Leere laufen und steckte dann gefühlvoll durch zu Davis Boateng, der den Ball überlegt an Birke vorbei ins rechte untere Eck schob. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs hatte dann Joel Klaschka noch einen Kunstschuss aufs Tor gebracht, der nur Zentimeter neben dem Ziel zu Boden fiel, so dass statt eines möglichen 2:0  die Seiten beim Stand von 1:0 gewechselt wurden.

Auch im zweiten Durchgang zeigte sich der VfB Germania gleich wieder im Strafraum der Gäste, operierte aber etwas zu umständlich, lediglich Marcel Kohn fackelte nicht lange und zog artistisch aus 17 Metern ab (49.), allerdings in die fangbereiten Arme von Birke.

Auf der anderen Seite musste dann Lukas Cichos auf der Hut sein, als ein unglücklich abgefälschter Ball Richtung eigenes Tor rollte (53.), doch der Kapitän der Hiesigen tauchte blitzschnell ab und sicherte das Spielgerät. Nur drei Zeigerumdrehungen später Glück für den VfB Germania, dass Vojtech Cermus nach einer Ecke frei stehend per Kopf knapp zu hoch zielte. Es war die torgefährlichste Phase der Auerbacher, die auch durch Max Roscher (62.) hätten zum Ausgleich kommen können, doch dessen Schuss aus Nahdistanz aufs kurze Eck  konnte Cichos in überragender Manier löschen. Danach begann auf beiden Seiten die Zeit der Wechsel, während sich das Spiel überwiegend zwischen den Strafräumen hin und her bewegte, ohne dass dabei echte Hochkaräter produziert worden wären. Urplötzlich fing Paul Grzega dreißig Meter vor dem Tor den Ball ab (84.), hätte allein auf das Gäste-Tor zusteuern können, doch er nahm direkt den Distanzschuss, der sein Ziel allerdings deutlich verfehlte.

 

In der Schlussphase dann zunächst wieder die Gäste, hier hatte Charlie Spranger völlig frei eine edle Kopfballchance (85.), doch auch er schädelte die Kugel über die Querstange. Einen Abpraller im Auerbacher Sechzehner eroberte der eingewechselte Paul Kühnhardt (89.), scheiterte mit seinem Flachschuss jedoch an Birke im kurzen Eck. Kurz darauf eine Ecke für die Heimelf, die zwar Grzega verpasste, die aber von Philipp Heller ins Netz gedrückt wurde (90.+2), doch der Jubel über die vermeintliche Entscheidung war kurz, der nicht immer überzeugende Schiedsrichter kassierte den Treffer wieder ein, weshalb, das bleibt sein Geheimnis, es war weder ein Foulspiel  erkennbar, noch käme nach Ecke eine Abseitsposition in Betracht. Stattdessen schenkte der Referee den Gästen satte 7 Minuten Nachspielzeit, die sie mehrheitlich in gefährlicher Nähe zum Halberstädter Tor verbrachten, immer wieder wurden Freistöße oder Ecken verhängt. Am Ende jedoch überstand der VfB Germania auch die üppige Nachspielzeit und brachte den Arbeitssieg mit einer starken Mannschaftsleistung über die Zeit. Manuel Rost lobte anschließend einmal mehr, mit welcher Haltung seine Mannschaft um den Sieg gekämpft habe, auch wenn die Unterstützung durch das Publikum hätte verständnisvoller sein dürfen, haderte er ein wenig. So oder so, es sind drei Punkte auf der Haben-Seite. Bevor die Jagd nach Punkten in Stahnsdorf weiter geht, folgt zunächst am Freitagabend in Osterburg das FSA-Pokal-Intermezzo – viel Erfolg!