Fußball Nachwuchs: ... A1 mit ansprechender Leistung gegen Köln im DFB Pokal

Ein rundum gelungener Pokal-Feiertag im Friedensstadion

DFB-Pokal der Junioren:  VfB Germania Halberstadt  - 1.FC Köln 1:5 (0:3)

(berwa)

Wenn nach Abpfiff zwei Mannschaften, Schiedsrichter und Publikum gleichermaßen strahlen, kann das nur bedeuten, dass alle zufrieden sind. Das kommt selten genug vor, doch dieser Pokalknüller bescherte allen Beteiligten genau das. Die A-Junioren des VfB Germania ohnehin seit Bekanntwerden der Auslosung in einem Stimmungshoch, sahen sich im gesamten Verein und im Umfeld unter Gleichgesinnten. Also packten auch alle mit an, diesen Tag zu einem Feiertag werden zu lassen. Mit dem Hauptplatz des Stadions wurde das „Hoheitsgelände“ der ersten Mannschaft bereitwillig zur Verfügung gestellt, die Netzwerke von Germania Halberstadt GmbH und Abteilung Fußball des Vereins geschickt verknüpft, schließlich reihenweise Sponsoren für die Unterstützung dieses einmaligen Events gebündelt. Es passte einfach alles. Dazu der amtierende Deutsche Meister der U-19-Bundesliga, der 1.FC Köln, als Pflichtspiel-Kontrahent. Ein großer Name, große Ambitionen und dabei so total bodenständig, überaus sympathisch in allen Belangen, bereits weit vor dem Spieltermin. Erst recht in seiner Gastrolle hier, ein Verein „met Häätz“ sooo nahbar...

Robin Gesell, der als Cheftrainer der heimischen A1 den Landespokalsieg mit seinem Team errungen hatte, sprach zögerlich aus, was viele dachten: „Hoffentlich kassieren wir keine zweistellige Niederlage, im besten Fall könnte uns sogar ein Tor gelingen...“, während sein Pendant, Stefan Ruthenbeck, von vorne herein ausschloss, „dass das hier ein Spaziergang werden würde, seine Mannschaft stattdessen einen klaren Fokus bräuchte, aber auch wisse, was die Stunde geschlagen hätte...“

Dann ging es los, der bestens präparierte Platz und die stimmungsvolle Kulisse von mehr als 800 Zuschauern, sorgten für eine atemberaubende Atmosphäre. Schnell fand der FC den Weg vor das Halberstädter Tor, musste sich das Gesell-Team erster Angriffe erwehren. Das klappte unkonventionell, aber erfolgreich, bis zur 7. Minute, als Torhüter Gustav Neumann ein unnötiges Foul an der Torauslinie beging und der überzeugend agierende Schiedsrichter Nils Schröter auf den ominösen Punkt zeigte. Der Wahnsinn nahm seinen Lauf, als Fynn Schenten antrat und die linke Ecke wählte, aber genau dorthin tauchte Neumann ab und parierte den Elfmeter. Danach wurden die Halberstädter mutiger, legten einen großen Teil Nervosität ab. Dass nicht nur Befreiungsschläge einer Abwehrschlacht auf der Tagesordnung standen, ließ die Begegnung deutlich an Attraktivität gewinnen. Immer wieder wurden spielerische Lösungen gesucht, um sich zu befreien. So lobte auch Gäste-Trainer Stefan Ruthenbeck die klare defensive Struktur, die Intensität, mit der sich der VfB Germania anschickte, alles in die berühmte Waagschale zu werfen und damit verdientermaßen auch schaffte, „das Ergebnis klein zu halten“, dabei sogar selbst zum Torerfolg kam.

 

Zunächst allerdings traf Jason Ponente (12.) für den FC, als er die Kugel trocken aus Nahdistanz rechts oben unters Tordach hämmerte.  Danach aber hielten die Halberstädter dieses 0:1 über eine knappe halbe Stunde, dabei blieben sie selbst keinesfalls chancenlos, denn Youen Schrader, überragend bedient von Cicce Lancine, oder Stephan Behrens mit einem gewaltigen Freistoß aus etwa 30 Metern, sie hatten hohes Potential, zum Ausgleich zu führen. Die intensive Defensivarbeit blieb dabei allerdings stets im Fokus, nur ein kleiner Fehler genügte den Kölnern, um durch Alessandro Puzzo, der die Situation blitzschnell erkannte (40.) und aus wenigen Metern vollstreckte, auf 0:2 zu stellen. Nur ein kurzer Moment reichte anschließend, als Fynn Schelten nicht nah genug bewacht wurde (41.) und per sehenswertem Drehschuss das 0:3 – den Halbzeitstand markierte. Doch der VfB Germania kam immer noch mutig aus der Kabine und ließ nicht locker. Viel versprechende Umschaltmomente beschäftigten die Kölner weiterhin, die mit ihrer Klasse vieles dennoch souverän klärten und gefährlich vor Neumann auftauchten, doch der Halberstädter Keeper zeigte mehrmals spektakuläre Paraden, musste sich nur noch zweimal geschlagen geben, darunter einmal per Foulstrafstoß (Fynn Schenten/55., Alessandro Puzzo/72.,FE). Trotz Vollgas auf dem ungewohnt großen Platz, blieben die Halberstädter Jungs fit auf dem Areal, zeigten keine Krämpfe oder Ermüdungserscheinungen, sondern arbeiteten an ihrem großen Ziel – dem eigenen Tor. Dann kam Trainerfuchs Robin Gesell ins Spiel: Er brachte in der 74. Minute drei frische Kräfte, von denen zwei binnen kürzester Zeit zu Hauptdarstellern wurden. Einer von ihnen, Finn Luca Stemmler, ging unter Bedrängnis von rechts in den Sechzehner und dort zu Boden – regelwidrig gestoppt, befand der Referee. Eiskalt vom Punkt blieb dann der zweite von ihnen, Devin Günther, verlud FC-Keeper Timo Schmitz (77.) und erzielte so das viel umjubelte, erhoffte, aber auch hoch verdiente Tor für den VfB Germania. Mehr ließen die Jungs, längst auf einer Welle der Euphorie, getragen vom immer wieder aufbrandenden Szenenapplaus von der gut gefüllten Haupttribüne, dann auch nicht zu. Den letzten „Riesen“ von Puzzo entschärfte Neumann, so blieb es beim 1:5, einem großartigen Resultat einer beeindruckenden Teamleistung. Längst standen auch die Sitzplatz-Inhaber und zollten den jungen Germanen ehrfurchtsvoll Respekt und applaudierten noch lange nach Abpfiff. Sie haben sich mehr als achtbar geschlagen, durchaus auch spielerische Komponenten in dieses gutklassige Spiel eingebracht, das natürlich der 1.FC Köln gleichwohl als verdienten Sieger hervor bringt. Ruhe, hohe individuelle Klasse und auch eine gehörige Portion Robustheit gehörten zu den auffälligen Vorteilen der angehenden Profis aus dem Rheinland. Ein friedliches Fußballfest für jedermann, ein denkwürdiger Tag im Friedensstadion – davon wird man hoffentlich noch lange zehren können. Gratulation und Respekt allen, die dazu beigetragen haben.