Enttäuschender Auftritt endet punkt- und torlos
OL Süd: VfB Germania Halberstadt – FC Grimma 0:1 (0:1)
(von Bernd Waldow)
Liegen gelassen die Chance, einen sicheren Heimsieg einzufahren, liegen gelassen die Chance, mit zehn Punkten aus vier Spielen aufzuwarten, liegen gelassen die Chance, sich im Spitzenfeld der Tabelle zu etablieren, liegen gelassen die Chance, auf diese Weise mit breiter Brust in das Pokalwochenende zu gehen.
Den Gast aus Sachsen frühzeitig so zu bearbeiten, dass er beeindruckt wäre, ihn zu Fehlern zu zwingen und eine schnelle Führung heraus zu schießen, das verpasste der VfB Germania schlichtweg. Dennoch sah es zunächst für die Hausherren nicht so schlecht aus. In der 7. Minute behinderten sich zwei frei stehende Spitzen des VfB Germania gegenseitig, doch die Aufregung umsonst, der Assistent zeigte Abseits an. Ein ruhender Ball brachte Hoffnung, doch der Freistoß von Pascal Hackethal kurz vor dem rechten Strafraum-Eck (21.) wurde eine sichere Beute von Ondrej Cap im FC-Tor, ebenso ein immerhin mal Torschuss von Fabio Ertmer (22.), der dem Gäste-Keeper keine Sorgenfalten bereitete. Fast ausschließlich Ballbesitz für den VfB Germania, aber keinerlei Ertrag. Nachdem sich Davis Boateng prima im linken Halbfeld durchgesetzt hatte und im Strafraum frei zum Abschluss kam (24.) war die große Chance da, auf 1:0 zu stellen, doch sein Schuss ohne Schmackes ähnelte einer Rückgabe. Jan Hübner hatte dann die erste Szene pro Grimma (26.), verzog einen Freistoß allerdings in die dritte Etage. Doch er hatte schnell nachjustiert und die nächste Chance (31.), als die Gäste schnell aus der eigenen Abwehr das gesamte Spielermaterial hoch überspielt hatten. Der Ball landete im Strafraum der Halberstädter, die nicht konsequent klärten und für Hübner die Tür offen ließen, der aus rund zehn Metern überlegt an Lukas Cichos vorbei in die rechte untere Ecke traf. Erkennbarer Widerstand der Gastgeber: Fehlanzeige. Lediglich Edhem Hujdurovic sendete ein Zeichen (44.), sein Strahl aus gut 25 Metern rauschte nur ganz knapp am rechten Tordreieck vorbei. Halbzeit 0:1.
Mit Julien Huber, Silvio Rust und Paul Kühnhardt brachte Manuel Rost drei frische Kräfte für Pascal Hackethal, Paul Grzega und Fabian Zeidler. Für einen Moment schien sich das auszuzahlen, das Spiel des VfB Germania nun zunächst zielstrebiger. Hujdurovic setzte zentral Joel Klaschka ein, der ging in die Gasse (51.) und hatte freie Bahn, zog das Spielgerät aber aus zwölf Metern über Keeper Cap und den Kasten hinweg. Fünf Zeigerumdrehungen später versuchte es Klaschka erneut, von der Strafraumgrenze setzte er die Kugel an den rechten Pfosten. Pech, dass Julien Huber den möglichen Nachschuss nicht unter Kontrolle bekam. Ansonsten ging es bei den Halberstädtern zu oft zu behäbig zu. Grimma tat den Hiesigen den Gefallen, sich nicht einzuigeln, sie blieben offensiv bemüht, öffneten manchen Raum, den die Halberstädter aber nicht nutzten, spielten viel lieber hinten herum und warteten, bis sich der FC wieder formiert hatte. Erst in der 65. Minute wieder etwas Nennenswertes, Kühnhardt traute sich den Abschluss zu, Cap ließ prallen, aber niemand war gedanklich schnell genug, hier den Abstauber zu geben. Wieder vergingen zehn Minuten, ehe dann Hujdurovic aus 20 Metern aufs Tor schoss, keine Herausforderung für Cap. Ein sehenswerter Diagonalpass von Kühnhardt auf Klaschka brachte zwar Gefahr (77.), doch Klaschka konnte den Ball nicht kontrollieren, schob ihn eher unfreiwillig dem eingewechselten Jano Conrad vor die Füße, doch mit diesem Zuspiel aus nächster Nähe war kein gescheiter Abschluss möglich, Cap bereinigte die Situation. Und wieder vergingen gut zehn Minuten, bis zum nächsten ernsten Torschuss der Hausherren, Conrad nahm einen Ball aus fünfzehn Metern aus der Luft in perfekter Haltung, aber auch damit war Cap nicht zu überwinden. Die Nachspielzeit wurde überschattet von einer Verletzung von Max Nitschke (FC), der sich ohne Fremdeinwirkung eine Knieverletzung zuzog und einige Minuten behandelt werden musste. Die allerletzte Chance für den VfB Germania, wenigstens noch einen Punkt zu retten, ergab sich kurz vor dem Abpfiff, als Julien Huber flach von rechts nach innen passte, doch am zweiten Pfosten rutschte Marcel Kohn am Ball vorbei.
Chancen gab es, ja, aber insgesamt machten es die Halberstädter den Gästen viel zu leicht, mit einer einzigen Aktion hier drei Punkte zu entführen. Entsprechend schmallippig reagierte Manuel Rost, der von mangelnder Qualität sprach.
