FSA-Pokal: ... Erste übersteht erste Runde im Derby

Kreisderby zieht erneut mehr als 1000 Zuschauer ins Friedensstadion

FSA-Pokal: VfB Germania – FC Einheit Wernigerode 3:1 (0:0)

(von Bernd Waldow)

Zunächst waren die Fanlager beider Teams auf „Betriebstemperatur“, lange bevor auf dem Rasen echtes Derby-Feeling aufkam. Dort begegneten sich beide anfangs mit erkennbar großem Respekt, schufen kaum ernste Torgefahr. Das änderte sich schlagartig, als der Halberstädter Abwehr in der 12. Minute ein Fehler unterlief. Benjamin St. Louis kam unverhofft frei in beste Schussposition, scheiterte aber an Lukas Cichos, der die kurze Ecke mit großer Tat zumachte. Das war allerdings das Signal für die Gäste, hier mutiger zu werden. Sie schienen nun an sich zu glauben und zogen das Spielgeschehen allmählich auf ihre Seite. Nach einer Ecke (24.) kam über Umwege Maximilian Farwig an den Ball, schoss aus 18 Metern – Cichos klärte zur nächsten Ecke, die dann nichts einbrachte. Die Offensiv-Abteilung der Hausherren hatte Franz-Günther Lohse unterdessen einen sehr ruhigen Nachmittag beschert. Lediglich eine Flanke von Paul Grzega (37.), die er nach schönem Flügellauf nach innen brachte, sorgte für Gefahr, doch im Zentrum flog Joel Klaschka an der Eingabe vorbei. Dann bot sich den Gästen wieder eine Chance, Hendrik Kuhnhold trat einen Freistoß aus 17 Metern in zentraler Position (40.), zielte allerdings über die Querstange.

Vor dem Halbzeitpfiff wurde Grzega dann nochmal steil gesucht, konnte dieses Zuspiel allerdings nicht erreichen. Torlos ging es folgerichtig in die Kabinen, wobei der FC Einheit der Führung deutlich näher war.

Auch direkt nach dem Wechsel ging zunächst noch nicht viel. Allerdings operierten die Halberstädter jetzt etwas zielstrebiger, hatten offensichtlich an einigen Stellschrauben etwas nachjustiert. Klaschka traute sich den Abschluss zu (50.), verzog aber noch aus gut 22 Metern. Auf der anderen Seite fing Cichos einen Kopfball von Lucas Pillich locker ab (57.), der einem von Lohse mit weitem Abschlag eingeleiteten Konter entsprang.

Sechzig Sekunden später dann der erlösende Torjubel der Heimfans, als Edhem Hujdurovic kurz vor dem Strafraum die Lücke sah (58.) und aus halblinker Position das Spielgerät an Lohse vorbei äußerst rechts neben dem Pfosten zum 1:0 platzierte. Schnell ging es weiter, der VfB Germania eroberte den nächsten Ball und schlug ihn nach vorn, wo Lohse eigentlich Herr der Situation war, aber an der Strafraumgrenze in den Zweikampf mit Emilio Stobbe ging. Dieser nahm dem FC-Keeper den Ball ab, ging an ihm vorbei und hatte dann die Coolness, zwei als Retter eingerückte Verteidiger auf der Linie auszugucken und auch sie beim 2:0 (59.) chancenlos zu lassen. Dieser Doppelschlag wurde auf Halberstädter Seite  verständlich groß gefeiert und während die Spieler noch in der Traube an der Trainerbank  vereint waren, ließ Referee Albert Lehmann bereits den Anstoß ausführen. Kurios und gefährlich, doch der VfB Germania überstand diese Szene schadlos. Bei einigen Spielern lagen nun die Nerven blank und es gab reichlich „Gelb“. Danach beruhigte Daniel Heinrich die Situation vorerst, als er frei im Strafraum das Zuspiel von der Grundlinie bekam (68.) und überlegt auf 3:0 erhöhte. Fünf Zeigerumdrehungen später bot sich Paul Kühnhardt eine ähnliche Chance, doch er zielte zu hoch. Stattdessen schlug jetzt der Gast zu: Usman Taiwo konnte sich halb rechts im Strafraum durchsetzen (73.) und hämmerte die Kugel aus kurzer Entfernung rechts oben ins Netz. Das Signal für die Gäste, hier noch einmal alles zu versuchen. Dörnte verzog aus 18 Metern (85.), Taiwo kam mit seinem Versuch (7.) nicht an Cichos vorbei und dieser blockte dann auch noch einen Schuss aus nächster Nähe (89.), den Lukas Radomski abgesetzt hatte. Unübersichtlich die Situation im Halberstädter Strafraum (90.+1), als zwei Spieler zunächst verletzt liegen blieben und behandelt werden mussten. Danach zeigte der Schiri auf den Punkt und zog „Gelb“ gegen Cichos. Die Chance zum Anschlusstor nahm sich Gino Dörnte (90.-3) und schoss nach links unten, genau dorthin tauchte aber auch Lukas Cichos ab und vereitelte den Einschlag in großer Manier.

In der hektischen Schlussphase mussten noch einige Akteure verletzt ausgewechselt werden. Dennoch belagerten die Gäste noch die gefährliche Zone vor dem Halberstädter Tor, quasi mit dem Mute der Verzweiflung. Chancenlos waren sie dabei nicht, doch die Hausherren brachten die Führung schlussendlich über die zehnminütige Nachspielzeit ins Ziel und stehen so in der nächsten Pokal-Runde.