Silvio Rust führt sein Team zum Auswärtssieg
OL Süd: Bischofswerdaer FV 08 – VfB Germania Halberstadt 1:2 (0:0)
(von Bernd Waldow)
Hinten löschen, in der Zentrale klug umschalten, vorbereiten und selbst treffen – oder einfach Silvio Rust! Ohne Frage der Mann des Tages auf Seiten des VfB Germania.
Das Spiel brauchte keine Anlaufzeit, schon in der 2. Minute sprintete Davis Boateng über die linke Seite, zog nach innen und von dort ab, nur knapp zu hoch. Edhem Hujdurovic servierte einen Freistoß (4.), der wurde als „Kerze“ halbherzig geklärt, sprang von der Latte zur Ecke. Nur sechzig Sekunden später auf der anderen Seite Jonas Krautschick (5.) nach einem weiten Befreiungsschlag frei durch auf dem Weg Richtung Tor von Lukas Cichos, doch Silvio Rust holte ihn ein und bereinigte die Situation mit perfektem Timing.
Paul Grzega (8.) etwas zu schwach (gehalten) und Eduard Hofmann (abgedrängt mit Schuss ins Seitenaus (12.), hatten die nächsten Aktionen, bevor ein Schuss von Lukas Cichos im Mittelfeld hängen blieb (16.), der wie ein Boomerang sofort zurück und über Cichos hinweg Richtung Tor unterwegs war, dort allerdings vom zurück eilenden Halberstädter Kapitän noch rechtzeitig geklärt wurde. Einen hohen Flankenball drückte Cichos über die Latte (22.), Rust stocherte nach einer Ecke den Ball auf der anderen Seite knapp über das Tor (27.), bevor Luis Bürger einen Konter auf Franz Born ablegte (31.), der das Spielgerät in bester Position allerdings nicht kontrollieren konnte, so dass sich Cichos die Kugel schnappte.
Erst danach wurden die Chancen etwas weniger, hatten sich beide besser aufeinander eingestellt, wobei es teilweise nicht sachte zuging. Zur Pause 0:0.
Nach dem Wechsel verfehlte der Gastgeber zunächst das Tor (52.), bevor Joel Klaschka nahe der Seitenauslinie in Höhe der Mittellinie gefoult wurde. Pascal Hackethal servierte den Freistoß weit in den Strafraum, dort setzte die Kugel auf und alle sahen staunend zu, nicht jedoch Silvio Rust, der reagierte blitzschnell (55.) und drückte die Murmel mit dem Kopf ins Netz. Nach erneut feinem Solo nahm sich Davis Boateng den nächsten Abschluss (64.), verfehlte das Ziel nur äußerst knapp. Beim nächsten Versuch des BFV 08 klärte Hujdurovic vor dem eigenen Tor (71.), ehe kurz darauf Hackethal spektakulär den Ball behauptete und direkt auf Paul Grzega weiter leitete, der seinerseits Klaschka in Szene setzte (76.), dessen Schrägschuss Keeper Stefan Kiefer abwehren konnte. Doch der VfB Germania eroberte den zweiten Ball, blieb dran. In der Folge kam Rust zum Schuss aus zenraler Position, der per Hand geblockt wurde. Den fälligen Elfmeter (77.) platzierte „Hacke“ direkt neben dem linken Pfosten, da konnte Kiefer, der zwar die Ecke ahnte, nichts ausrichten – 0:2. Hackethals weiten diagonalen Flugball auf Klaschka nahm dieser aus spitzem Winkel direkt (80.), Kiefer lenkte die Kugel zur Ecke. Dann hatte Boateng noch eine Möglichkeit, behauptete den Ball an der Strafraumgrenze (82.) und schloss ab, hier musste der Keeper prallen lassen, doch Grzega kam nicht ganz dran... Es folgte noch ein Schmankerl mit Marcel Kohn, der stand mit dem Rücken zum Tor (88.), schoss aus der Drehung und zwang Kiefer zur Parade, klasse ausgeführt von beiden. Kurios wurde es zu Beginn der Nachspielzeit, ein hoher Ball versprang (90.+1), so dass die Halberstädter Abwehr zweimal die Kugel nicht bzw. nicht richtig traf. Krautschik war der Nutznießer und schob zum Anschlusstreffer – aber auch Endstand ein. Am Ende brachten die Halberstädter den „Dreier“ unter Dach und Fach. Auswärtssieg und so ein sehr gelungener Tag, fast, muss man sagen, denn die an sich gastfreundlichen Sachsen zeigten sich hier wenig kollegial.
Trotz höflicher Anmeldung und der Frage, wo sie sich platzieren dürfe, erhielt Michelle, die Beauftragte für Social Media beim VfB Germania, von einer offensichtlich nach eigener Meinung sehr wichtigen Dame der Security-Gruppe, die für sich in Anspruch nahm, hier die Ansagen zu machen, eine schroffe Abfuhr. Nur in Absprache mit dem Schiedsrichterteam gelang es, Michelle wenigstens einen kleinen Korridor zuzuteilen, aus dem sie für die nicht vor Ort befindlichen Fans Fotos schießen durfte – eine wenig befriedigende Ausbeute nach vier Stunden Anreise und der Gewissheit, sich einen kompletten Tag um die Ohren zu hauen. Ein Hoch auf das Ehrenamt und wehret den Anfängen, solches Personal auf friedliche Helfer des Staffs loszulassen
