Drei Tore, drei Punkte – VfB Germania zermürbt Aufsteiger
OL Süd: VfB Empor Glauchau – VfB Germania 0:3 (0:0)
(von Bernd Waldow)
Erstmals in Glauchau zu Gast, hieß es für die Halberstädter zunächst das richtige Tor zu finden, um sich dem Kabinentrakt zu nähern. Einweiser oder Ordner, wie andernorts üblich, suchte man vergebens. Die schmale Einfahrt mit 90-Grad-Bogen in der Zufahrt verschaffte Stammfahrer „Bussi“ noch keinen erhöhten Puls, als er den 15-Meter-Boliden zentimetergenau rangierte. Wo man wenden könne beantworteten einige Herrschaften in Glauchau-Outfit mit Achselzucken und einem seitlichen Kopfnicken, also drehte der Bus teils auf einer Grasfläche. Der Puls erhöhte sich bei der Abfahrt, nicht aus Angst, sondern vor Zorn über Falschparker, die die schmale Einfahrt so weiter verengten, dass es zwanzig Minuten dauerte, ehe Zentimeter für Zentimeter das Areal verlassen werden konnte.
„Nimmst du hier drei Punkte mit – weg und Schwamm drüber“, fasste Germania-Fan „Bussi“ kurz zusammen, „aber wehe nicht, dann hast du einen richtig gebrauchten Tag!“
Nun, es ging gut, weil der Matchplan am Ende aufging. Zunächst ein sehr zerfahrenes, aber intensives Spiel, in dem sich beide Mannschaften zwischen den Strafräumen duellierten. Der Gastgeber läuferisch stark, rannte an, fand aber kaum Lösungen, gefährlich zu werden. Mitte der ersten Halbzeit hatten beide dann so etwas wie Struktur gefunden, bis zur ersten guten Chance dauerte es aber 25 Minuten, da hatte sich Paul Grzega auf der linken Seite durchgesetzt, hievte den Ball über Torwart Dominik Reissig hinweg, traf aber nur das Außennetz. Die Abschlüsse des Gastgebers gab es, aber nur selten musste Lukas Cichos eingreifen, in den ersten 45 Minuten zielte Glauchau meist flach und weit am Tor vorbei. Halberstädter Ecken, getreten von Edhem Hujdurovic, strahlten dabei ebenso keine Gefahr aus. Dann die 32. Minute, Silvio Rust überwand mit einem Hinterkopf-Ball Keeper Reissig, die Kugel wurde aber noch auf der Linie geklärt. Im Gegenzug konterte Glauchau in Überzahl, final viel zu schwach ausgespielt und abgeschlossen, Cichos konnte das Spielgerät locker aufnehmen. Marcel Kohn machte eine weite Flanke nahe der Grundlinie mit schöner Eingabe wieder „scharf“ (37.), Rust scheiterte per Direktabnahme, weil er zu hoch gezielt hatte. Und dann endlich das Tor, als Emilio Stobbe seinen Gegenspieler an der Mittellinie austanzte, sofort Pascal Hackethal steil schickte, der im Sprint den Ball an Reissig vorbei ins Netz schickte (41.), doch der Assistent hatte eine Abseitsposition wahrgenommen und hob die Fahne... So ging es torlos in die Kabinen, nach einer ersten Halbzeit, in der Glauchau mehr Ballbesitz und viel Aufenthalt in der Halberstädter Hälfte hatte, der VfB Germania allerdings die besseren Chancen für sich verbuchen konnte.
Glauchau würde sich kämpferisch präsentieren, sich dabei aber aufreiben, vermutete Manuel Rost vor der Partie. Er sollte Recht behalten. Der erste Abschluss nach dem Wechsel gehörte zwar den wieder anrennenden Gastgebern, doch die Führung erzielte nach einem wunderbaren Spielzug der VfB Germania (51.), als Hujdurovic nach links auf Hackethal ablegte, der aus der Linksaußenposition eine butterweiche genaue Flanke auf den Kopf von Joel Klaschka servierte, der aus 5 Metern zum 0:1 einschädeln konnte. Im Gegenzug gab es fast die Antwort der Platzherren, doch Phil Mende drosch die Kugel direkt aus guter Position über den Kasten. Der VfB Germania in dieser Phase wieder etwas zu passiv und Glauchau hatte Möglichkeiten, so segelte ein Fernschuss (69.) Richtung Lattenunterkante, den Cichos stark zur Ecke lenkte. Auch die 75. Minute mit einer weiteren Chance für die Gastgeber, als der Ball durch den Halberstädter Strafraum flipperte und schließlich der Abschluss erneut zu hoch geriet. Auf der anderen Seite dann die Entscheidung. Ecke Hujdurovic, weit hinaus, von Kohn wieder nach innen gegeben (77.), kontrollierte Paul Grzega den Ball, ließ zwei Verteidiger aussteigen und schob überlegt zum 0:2 ein. Als Julien Huber dann schließlich auf der rechten Halbspur bedient wurde (86.), ging er überlegt an zwei Gegenspielern und auch Torhüter Reissig vorbei und schob den Ball fast von der Grundlinie überlegt aus ganz spitzem Winkel zum 0:3-Endstand ein. Während Cichos noch einen Freistoß abfing (90.+2), hätte sich Stobbe noch mit einem Tor belohnen können, doch er agierte in der letzten Szene des Spiels (90.+3) zu umständlich. Dann kam das Schlusssignal von Schiedsrichter Paul Drößler, der beiden Mannschaften viel Freiraum ließ, aber eine klare Linie verfolgte und mit seinen Assistenten das Spiel jederzeit souverän im Griff hatte..
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Seit eines Regionalligaspiels in Chemnitz hält die Verbindung zwischen Lucas Cichos und der Familie rund um Fan Niclas aus Penig in Sachsen. So werden Punktspiele unserer Ersten in dieser Gegend gerne zum Besuch genutzt.
