Fußball Oberliga: ... Erste festigt Spitzenrang mit 1:1

Es reicht zu einem Punkt gegen ambitioniertes Krieschow

NOFV-OL Süd: VfB Germania – VfB Krieschow 1:1 (0:1)

(von Bernd Waldow)

Ein Spiel, das insgesamt wenig Glanz ausstrahlte, begann zunächst ohne große Torgefahr.

Erst nach rund zehn Minuten bekam Leo Felgenträger den Ball aufgelegt und schloss aus 17 Metern ab, Lukas Cichos wehrte die Kugel aber sicher zur Seite ab. Aus dem Gegenzug entwickelte sich eine ähnliche Situation für die Gastgeber, hier war Marcel Kohn der Absender und Sebastian Mellack parierte, seine Abwehr allerdings nach vorne, Glück, dass die Halberstädter nicht auf diese Chance lauerten. Viel spielte sich ansonsten zwischen den Strafräumen ab, hier wurde mehrmals Philipp Heller in Zweikämpfe verwickelt, sah auf dringende Ansage des Assistenten früh „Gelb“ und blieb weiter aktiv im Geschehen. Erneut kam die Ansage vom Assistenten, Schiedsrichter Nils Schröter solle doch über die Ampelkarte nachdenken...

Manuel Rost reagierte und brachte so bereits nach einer Viertelstunde Edhem Hujdurovic für den „Gelb-Rot“-Gefährdeten. Halberstadts Nummer 11 fügte sich sofort nahtlos in das Spiel der Hiesigen ein und übernahm zuverlässig seine Rolle. Es dauerte bis zur Mitte der ersten Hälfte, als wieder echte Torgefahr aufkam, die hatte es aber in sich: Pascal Hackethal servierte klug und passgenau auf Joel Klaschka, der in den Sechzehner einlief und sofort abschloss (24.), Torhüter Mellack hatte noch einen Hacken am Ball und lenkte das Spielgerät glücklich an den Pfosten, anschließend konnten seine Vorderleute klären. Weitere zehn Minuten vergingen, da setzte Toby Michalski zu einem langen Solo an (34.), fand aber keinen Abnehmer und schoss also selbst, platzierte die Kugel allerdings flach rechts neben dem Tor. Krieschow wirkte insgesamt dabei oftmals ballsicherer, als die Rost-Schützlinge, kein Wunder aber, dass die geballte Erfahrung von Zizka, Hebler und Co. gegenüber der Abteilung „Jugend forscht“ auf Halberstädter Seite fußballerische Vorteile auf den Platz bringen konnte. Andy Hebler war es dann auch, der fast aus dem Stand präzise von rechts nach innen flankte und in Miguel Pereira Rodrigues einen dankbaren Abnehmer fand, der am zweiten Pfosten sträflich ohne Mannbindung stand (41.) und locker einköpfen konnte.

Einer von sehr wenigen wirklich schnellen Umschaltmomenten fand dann noch vor dem Seitenwechsel statt, final beendete Hackethal den sehenswerten Flügellauf mit einer Flanke, die aber keinen Abnehmer fand, so dass es mit dem 0:1-Rückstand für die Heimelf in die Kabinen ging.

Ähnlich arm an Höhepunkten vor den Toren blieb auch der zweite Durchgang. Hackethal brachte einen scharfen Freistoß herein, der zur Ecke abgewehrt wurde (52.), das war die zwischenzeitlich gefährlichste Toraktion. Einige Ansätze der Halberstädter pfiff der Spielleiter in der Folge weg, nicht immer die richtige Entscheidung. Steve Zizka sah „Gelb“ und leistete sich noch ein Foul, hier gab es keine Sanktion. Dann war es der unaufhaltsam ackernde Hackethal, der von rechts einen genialen Pass durch die Schnittstelle in den Strafraum spielte, viele wähnten den schon zu steil, doch Klaschka sprintete dem Spielgerät nach und schoss aus spitzem Winkel direkt flach ins hintere Eck, vorbei an Mellack zum viel umjubelten 1:1 (77.), das sich die Halberstädter inzwischen tatkräftig verdient hatten, die nach vorne die Schlagzahl erhöht hatten, auch wenn nicht viele Hochkaräter dabei heraus kamen, doch hinten ließen sie kaum noch etwas zu. Stattdessen wertete Schiedsrichter Schröter jetzt einige Zweikämpfe sehr unausgewogen als nicht regelkonform und verschaffte so den Gästen noch einige Standards, kombiniert mit noch dreimal „Gelb“ pro Halberstadt in der Schlussphase. Besonders fragwürdig die Verwarnung für Keeper Cichos, der als Kapitän einfach mal nachfragte, doch an Stelle einer fairen Kommunikation erntete er eine Machtdemonstration des wenig souveränen Pfeifenmannes, der dem hier wehrlosen Schlussmann des VfB Germania kurzerhand die Gelbe Karte entgegen streckte...

 

Am Ende des Spiels steht also für jedes Team ein Punkt, mit dem beide sicher irgendwie leben können. Nach Rückstand noch ungeschlagen aus der Partie zu gehen, spricht einmal mehr für eine ordentliche Reaktion der Halberstädter Mannschaft, die insgesamt reifere, weil deutlich erfahrenere Spielweise der Gäste, die zur nicht unverdienten Führung geführt hatte, rechtfertigt aber sicher ebenso einen Teilerfolg.