Fußball Oberliga: ... Erste verliert in Plauen

In Plauen erneut nichts zu holen

NOFV-OL Süd: VFC Plauen – VfB Germania 4:1 (1:0)

(von Bernd Waldow)

Wie schon beim letzten Spiel in Plauen, vor der Regionalliga-Saison des VFC, gab es im Vogtland-Stadion keine Punkte für den VfB Germania. Die Niederlage diesmal verdient, wenn auch etwas zu hoch. Auf dem seifigen Untergrund der Spielstätte hatte der Gastgeber schneller und gefährlicher in dieses Match gefunden, bereits nach drei Minuten konnte der VfB Germania nur mit größter Mühe im Abwehrverbund den frühen Rückstand abwenden. In der umkämpften Anfangsphase hatte der VFC auch die zweite gute Möglichkeit, mittels Freistoß (13.), der knapp am rechten Giebel vorbei flog. Zwar mühten sich die Halberstädter, offensiv ebenfalls in Erscheinung zu treten, erzielten dabei aber wenig Gefahr. Nach schnellem Umschaltspiel – der Keeper hatte eine Flanke von Vinicius Sandri abgefangen und schnell  eröffnet – ging es über die linke Seite zügig vor das Tor von Lukas Cichos (15.), wo der Ball auf Umwegen bei Matheus De Moura Beal landete, der links unten zum 1:0 traf. Beflügelt durch diese Führung, brachte der erfahrene VFC einiges an Wucht auf den Platz, dem der VfB Germania nach Kräften etwas entgegen zu setzen versuchte, rieb sich dabei aber auf, ohne in Körperlichkeit und Robustheit ebenbürtig zu wirken. Kapitän Cichos hatte vor dem Spiel echten Kampf eingefordert, doch nach dem Rückstand gingen die Köpfe der jungen Garde zu schnell nach unten. Echter Männerfußball ist für viele im Team Rost wohl noch zu neu. Das Bestreben zwar erkennbar, aber insgesamt viel „zu lieb“, was der Gast in die Waagschale warf. Dennoch blieb der VfB Germania nicht chancenlos, nach einem Kopfball von Paul Grzega etwa, der von Daniel Heinrich bedient worden war, köpften die Plauener im Duett über ihren Torwart hinweg fast ins eigene Tor (24.), da hätte man gerne die Torlinien-Technologie in Anspruch genommen... Die dicke Möglichkeit auf das 2:0 hatte dann der Gastgeber (28.), als Silvio Rust hängen blieb und Isaac Eichie allein auf Cichos zusteuerte, das Spielgerät aber sowohl über Halberstadts Nummer 1, als auch über das Tor hinweg hob. Nur eine Zeigerumdrehung später stocherte Grzega vergeblich Richtung Tor nach, wieder klärte Plauen knapp. Auch ein Flachschuss von Edhem Hujdurovic im Anschluss blieb eine Beute des Plauener Schlussmannes. Der VfB Germania jetzt in einer guten Phase, mit Freistoß durch Pascal Hackethal (30./ gehalten) und einem weiteren solchen von „Hacke“, den Rust artistisch ins Tor spitzelte (39.), allerdings signalisierte der Assistent „Abseits“. Dann wieder der VFC, Cichos mit einer schmerzhaften Rettungstat (43.), konnte nach Behandlung aber weiter spielen. Kurz vor dem Pausenpfiff fing sich Eichie die Ampelkarte ein, hatte den Ball weggeschlagen, nachdem er kurz zuvor wegen taktischen Fouls (Trikotziehen) verwarnt worden war. Reaktion auf der Halberstädter Bank: „Jetzt werden die sich noch weiter zurück ziehen, das macht es für uns noch schwieriger, da wir uns so schon schwer tun, das Spiel zu machen!“

Nach dem Wechsel ein ähnliches Bild, der VfB Germania stets bemüht, aber kein Leader auf dem Platz, der als „Mentalitätsmonster“ die anderen aufrichten und mitreißen hätte können.

 

Nach einer nicht geklärten Ecke stellte Victor Habermann Passionoto mit Glück und Willen auf 2:0 (57.), dann zimmerte Johan Martynets einen Freistoß aus gut 20 Metern links in den Knick (60.) zum 3:0. Auch da war Halberstadt de facto noch nicht geschlagen, immer wieder liefen sie an, trafen aber auch zu viele falsche Entscheidungen. Dann endlich mal der Chip-Ball hinter die Kette, Paul Kühnhardt mit Zug zum Tor, hob den Ball gefühlvoll über den Keeper hinweg, doch der Aufsetzer sprang an die Latte. Emilio Stobbe war aufmerksam da (77.) und drückte die Kugel ins Netz. Die Unsicherheiten bei Torwart Simon Schulze, der viele Bälle nicht festhalten konnte, nutzten die Halberstädter nicht, ließen so einiges an Möglichkeiten liegen. Individuelle Klasse und Robustheit zeigte Martynets dann nochmals in der Nachspielzeit (90.+4), setzte sich willensstark und gekonnt im Solo gegen zwei durch und drückte die Kugel zum 4:1-Endstand in die Maschen, liefert damit für ein stattliches monatliches Salär, das freilich in Halberstadt niemand bezahlen würde/könnte. So muss man dann Lehrgeld bezahlen und weiter an der Entwicklung junger Talente arbeiten, damit aus ihnen in Zukunft auch einmal ausgebuffte und gestandene Kicker werden.