Fußball Oberliga: ... Freital behauptet Spitze gegen Erste

Starker Auftritt beim Tabellenführer bleibt ohne Belohnung

NOFV-OL Süd: SC Freital – VfB Germania Halberstadt 1:0 (1:0)

(von Bernd Waldow)

Es gibt so Spiele, da nörgelt man an der Leistung der Mannschaft herum und bekehrt immer wieder das berühmte was wäre gewesen, wenn...

Gänzlich anders sah das nach diesem Auftritt aus, denn der VfB Germania zeigte eine überaus starke Vorstellung, die mindestens mit einem Punkt hätte behaftet sein müssen.

Völlig verdient ernteten die Rost-Schützlinge nach dem Spiel noch lange Applaus und aufmunternde Rufe durch die im Fanbus angereisten Supporter aus Halberstadt.

Auf dem gefrorenen Platz, der an der Oberfläche jedoch durch die Sonneneinstrahlung angetaut war, gedieh ein sehr ordentliches und abwechslungsreiches Spiel. Als noch so etwas wie die Abtastphase lief, zeigte sich auf der rechten Veretidigerseite der Halberstädter eine größere Lücke, so dass der Gastgeber erstmals etwas ungestört vorbereiten und abschließen konnte. Der Versuch wurde von der Halberstädter Defensive sicher geblockt, sprang aber eher zufällig genau vor die Füße von Finn Heidler (6.), der aus Nahdistanz zum 1:0 traf, erste Chance, erstes Tor. Mehr ließen die Halberstädter bis zur Pause nicht zu, obwohl der Defensivverbund ohne Abwehrchef Marcel Kohn auskommen musste, der bekanntlich wegen einer OP derzeit ausfällt. Sicher im Spielaufbau, gefällige Kombinationen mit Chancenpotential und schließlich auch Abschlüsse – das Spiel des VfB Germania wusste zu gefallen. Drei ordentliche Abschlüsse der Domstädter klärte die SCF-Defensive bis zur Mitte der ersten Halbzeit mit Glück, dann schlug Pascal Hackethal einen Freistoß weit vor das Tor, bei dem Keeper Matti Kamenz zwar dreimal nachfassen musste, die Gäste jedoch um eine halbe Schuhspitze nicht an den Ball kamen. Zwischen der 34. und 40. Minute hatten die HBS-Fans den Torschrei erneut auf den Lippen, doch ein mustergültiger Kopfball von Paul Grzega nach Hackethal-Ecke landete zufällig genau dort, wo noch ein Verteidiger auf der Linie stand und auch die Abschlüsse von Emilio Stobbe und Paul Kühnhardt waren Früchte kluger Kombinationen, die eigentlich Zählbares hätten bringen müssen, doch der SC weiterhin mit dem Glück im Bunde, dass immer gerade noch irgendwie unkontrolliert geblockt werden konnte. Auch der großartige Reflex von Torwart Kamenz gegen einen Rust-Kopfball verhinderte einen Torerfolg pro VfBG. Spielkontrolle und Chancenplus lagen längst auf Halberstädter Seite, doch das Runde wollte einfach nicht ins Eckige... Freital hatte einzig durch eine körperliche Robustheit ein paar Vorteile, die sie geschickt einsetzten, weil das Schiedsrichtertrio einige teils grobe Fouls (mit offener Sohle voran) oder mehrere versteckte Fouls (vielfach Ellenbogeneinsatz) nicht sehen wollte und den VfB Germania klar benachteiligte. Auch in Halbzeit zwei wurde das Foul an Grzega in der Offensive, obwohl direkt vor der Assistentin, „übersehen“, blieb der Pfiff nach einer schmerzhaften „Sense“ gegen Silvio Rust aus, während die eher harmlose Zweikampfführung der Gäste gerne direkt mit „Gelb“ bestraft wurde – ein Ungleichgewicht. Insgesamt die Partie im zweiten Durchgang etwas weniger einseitig, weil die Halberstädter nun noch weiter die Schlagzahl erhöhten, um zum Erfolg zu kommen, was den Freitalern Umschaltmöglichkeiten eröffnete. In der 65. Minute kam der SC mal wieder zu einem Abschluss, Lukas Cichos war sicher zur Stelle.

Ein langer Einwurf von Hackethal in den Lauf von Stobbe endete im Strafraum abrupt (68.), weil Halberstadts Nummer 9 umgerissen wurde. Da zeigte Referee Andy Stolz auf den ominösen Punkt. Mister Zuverlässig, Pascal Hackethal, trat an und schickte die Kugel nach links unten, doch Kamenz ahnte die Ecke und konnte den Strafstoß abwehren. Als Vinicius Sandri ausrutschte und Moritz Herold dadurch allein auf Cichos zusteuerte, sprintete Fabian Zeidler blitzschnell zurück (76.) und setzte zu einer sensationellen, sauberen Rettungstat an.

Joel Klaschka konterte über die linke Seite, versuchte eine diagonale Verlagerung, doch hier stand der Pfeifenmann im Weg (83.), Vorteil dahin... Zwei Zeigerumdrehungen später musste Cichos nochmal ran, zeigte sein Können und klärte stark. Die junge Halberstädter Mannschaft (neben Bischofswerda die im Schnitt jüngste der Liga) wusste in den meisten Disziplinen des Tages absolut zu überzeugen, blieb aber vom Spielglück komplett ausgeschlossen, das sich dem Gastgeber zugewandt hatte (was die Leistungen der stabilen Saison insgesamt und von Torwart Kamenz

 

 heute nicht schmälern soll). Für die Rost-Schützlinge heißt es nun, den Kopf oben zu halten und viel Positives mitzunehmen.