Fußball Oberliga: ... Erste mit Heimdreier in die Adventszeit

Hackethal-Elfmeter löst Torlos-Knoten

NOFV-OL Süd: VfB Germania – FSV Budissa Bautzen 2:0 (0:0)

(von Bernd Waldow)

Wer dieses Spiel nicht im Stadion verfolgt hatte, hat ein Spiel verpasst, das auf sehr ordentlichem Niveau kurzweilig, anspruchsvoll und lange Zeit völlig offen blieb. Ein excellent bespielbarer Rasen und zwei Mannschaften mit viel Selbstvertrauen sorgten für schmackhafte Fußballkost. Bereits früh suchte Budissa schnörkellos den Weg zum Tor, Fabian Zeidler vereitelte aufmerksam eine verheißungsvolle Vorlage (6.), bevor auf der anderen Seite Paul Grzega im Strafraum gesucht und gefunden wurde (8.), vor dem eigenen Abschluss aber auf Pascal Hackethal ablegen wollte, leider zu ungenau...  FSV-Tothüter Erik Herrmann bei einem Hackethal-Freistoß (10.) und nach Steckpass auf Grzega (11.) jeweils Herr der Situation. Sein Gegenü, Lukas Cichos, durfte dann mit einer Mega-Parade nach Kopfball von Jannik Käppler im Anschluss an eine Ecke (13.) sein ganzes Können abrufen und hielt die Null für sein Team. Fast pausenlos ging es munter hin und her. Hackethals gut platziertes Geschoss traf Grzega (16.), wurde dadurch neben das Tor abgefälscht, außerdem stand Halberstadts Nummer 8 bei der Aktion im Abseits. Felix Hennig für den FSV (19.) und einmal mehr Hackethal (26.) zielten jeweils knapp am Gehäuse vorbei. Paul Kühnhardt kam per Kopf zum Abschluss (28.), nachdem ein Hackethal-Einwurf verlängert wurde, jedoch mit zu wenig Druck, so dass Herrmann sicher klären konnte. Vor Cichos brannte es zweimal lichterloh, zuerst fühlte sich niemand für die Abweht einer FSV-Ecke zuständig, ehe Grzega kurz vor der Linie doch noch klärte (38.), nur zwei Zeigerumdrehungen später musste Halberstadts Kapitän per Fußabwehr gegen David Rohlik retten, zu dem der Ball von links durchkam. Einen Freistoß-Service von Hackethal drückte dann Emilio Stobbe nur knapp über den linken Winkel (42.), doch auch diese sehenswerte Aktion wäre nicht zählbar gewesen, denn Marko Wartmann zeigte auch hier eine Abseitsstellung an. So ging es trotz eines unterhaltsamen Spiels torlos in die Halbzeitpause.

Ein so deftiges Feuerwerk der Chancen gab es im zweiten Durchgang nicht mehr, dennoch blieben beiden Teams genügend Möglichkeiten, hier zu treffen. Die erste erneut für die Gäste, als Adam Rohlik aus knapp 18 Metern zum Schuss kam (48.), doch Cichos packte sicher zu. Fabio Ertmer nahm sich einen Freistoß aus 22 Metern (52.), da setzte Herrmann sicherheitshalber zum Flug an, doch in der Höhe fehlten ein paar Zentimeter...

Die nächste Aktion vakant: Daniel Heinrich hatte sich einschussbereit am linken Pfosten in Stellung gebracht, wurde dort aber regelwidrig zu Fall gebracht. Der Pfiff von Schiedsrichter Leon Maximilian Metz kam umgehend – Foulelfmeter. Trotz des Fehlversuches in Freital trat Pascal Hackethal erneut an und zeigte sich gewohnt nervenstark. Herrmann flog ins falsche Eck, als es mit Schmackes aus elf Metern zum 1:0 einschlug (59.) – damit der Knoten endlich gelöst und das Runde nach langem Warten wieder im Eckigen...

Die nächste Szene mit Aufregungspotential nahte etwa eine Viertelstunde später. Der VfB Germania im zügigen Aufbauspiel über die linke Außenspur noch in der eigenen Hälfte, da rauschte Julien Hentsch ungestüm heran (71.) und legte Vinicius Sandri. Pfiff und Karte waren klar, nur dass die Farbe der Karte rot sein würde, das überraschte teilweise. Doch Spielleiter und Assistent hatten beste Sicht und waren sich in der Entscheidung einig.

Auch nach der Dezimierung blieb Bautzen mutig und gefährlich, warum auch nicht, zu verlieren hatte das Team nichts mehr. Die Rost-Schützlinge versuchten ihre Linie zu halten und verteidigten vieles gekonnt weg. Im Umschaltspiel ergaben sich dann noch weitere Chancen, eine für Joel Klaschka, der links geschickt wurde (83.) und frei auf Herrmann zusteuerte, dann aber selbst den Abschluss aus spitzem Winkel suchte und rechts vorbei schoss, anstatt zwei besser postierte Optionen in der Mitte einzusetzen. Im Anschluss der FSV dem Ausgleich ganz nahe, als nach einer Ecke viel Verkehr vor Cichos herrschte und Grzega wieder unmittelbar vor der Linie retten konnte (87.), dann den Gegenzug einleitete, über Stobbe, der in der rechten Halbspur Klaschka auf die Reise schickte, der sich nun nicht aufhalten ließ und mit der Wut über die vorher ausgelassene Chance das Spielgerät mit maximaler Wucht an Herrmann vorbei ins Netz jagte. 2:0 (87.) – Deckel drauf. Stobbe hatte noch die Option, eine Hackethal-Vorlage zum 3:0 zu veredeln, doch das wäre wohl des Guten zuviel gewesen – Herrmann klärte. Es bleibt der Sieg und das ohne Gegentor!

 

Auch weil ein Zweikampf im Halberstädter Strafraum nicht zum Elfmeter führte (90.)