Fußball Oberliga: ... Heim-Dreier zum Rückrundenstart

Mannschaft belohnt sich und die Anhänger mit Energieleistung

NOFV-OL Süd: VfB Germania Hlaberstadt – 1.SC 1911 Heiligenstadt 2:1 (0:1)

(von Bernd Waldow)

Weihnachten kann kommen! Eine herausragende Moral, gepaart mit dem unbedingten Willen, überlistete am Ende die müden Beine und bescherte dem VfB Germania den Heimsieg. Man hatte sich offensichtlich einiges vorgenommen, den Zuschauern servierten die Hausherren von Anfang an eine hohe Schlagzahl im Spiel nach vorn. Paul Kühnhardt, Paul Grzega, Pascal Hackethal und Co agierten klar strukturiert und brachten den Gast so in die Rolle, zu reagieren. Der SC nahm das so an und setzte zunächst auf Konter. Was Kühnhardt und Grzega vorbereiteten, war bereits sehenswert, brachte aber noch keinen zählbaren Ertrag. Joel Klaschka enteilte nach perfekten Zuspielen mehrfach seinem Bewacher, legte sich aber regelmäßig den Ball zu weit vor – weg die Chancen. Hackethal in guter Schussposition an der Strafraumgrenze, legte aber noch uneigennützig quer – ein Pass zuviel, Chance vertan. Schließlich war auch SC-Torwart Aleksandar Stankovic nach einer Ecke und dem nachfolgenden Abschluss noch da. Knapp eine halbe Stunde lang ähnelten sich die Bilder. Dann ging Vinicius Sandri an der eigenen Grundlinie etwas zu ungestüm zu Werke, doch der Freistoß führte zu keiner echten Gefahr, deutlich zu hoch der Kopfball nach der Eingabe. Nach einem Zusammenprall musste SC-Kapitän Sebastian Möhlhenrich zunächst länger behandelt und dann verletzt ausgetauscht werden (33.). Danach der VfB Germania weiter dran an der nächsten Torchance (34.), als Kühnhardt unter Bedrängnis den Ball behauptete und dennoch zum Abschluss kam, allerdings fehlte die Feinjustierung. Bis dahin schien es nur um die Frage zu gehen, wann der VfB Germania zum Führungstor kommen würde. Dann aber der Geniestreich der Gäste und ein Muster an Effizienz zur Anschauung für die Heimelf. Ein perfekter Steilpass durch die Schnittstelle der Halberstädter Abwehr auf Robin Vogt (35.), der selbst mit Ball nicht einzuholen war und dann cool Lukas Cichos zum 0:1 überwand. Der nächste Arbeitsnachweis für Cichos noch vor der Pause (44.), ein Freistoß aus dem rechten Halbfeld, den Halberstadts Kapitän sicher abfangen konnte. Noch vor dem Pausenpfiff ging dann Daniel Heinrich zu Boden – Verdacht auf Muskelfaserriss – so dass statt seiner Edhem Hujdurovic zur zweiten Halbzeit kam.

 

Noch einmal die Energie bündeln, das Spiel auf die eigene Seite ziehen, eine enorme Herausforderung nach den kräftezehrenden Wochen. Obwohl also die Hausherren sofort wieder die Initiative übernahmen, blieben sie zu oft zu ungenau in ihren Aktionen auf dem Weg zum oder direkt vor dem Tor. Kristian Bako für den SC prüfte zwischendurch die Reaktion von Cichos (51.), der sich aus 16 Metern aber nicht düpieren ließ. Vor Stankovic hatten dann gleich drei Akteure gute Schussposition (53.), doch niemand traute sich den Torschuss zu. Schließlich war es Emilio Stobbe, der aus der schwierigsten Position artistisch den Abschluss suchte, den Stankovic aber mit Mühe so eben entschärfen konnte. Kühnhardt tankte sich sehenswert durch (55.), zur Ecke geblockt. Kurz darauf Stankovic per Faust nach Eckball mit einer Kerze, die Grzega gefühlvoll per Kopf auf Hackethal ablegte. Halberstadts Nummer 7 nahm die Kugel mit vollem Risiko (61.), aber auch hier kam nur eine Ecke heraus.  Die sorgte zwar kurzzeitig für großes Durcheinander vor dem SC-Tor, doch es fand sich auf der Heimseite kein Nutznießer. Hagen Pietsch wurde rechts mustergültig bedient (65.), zog nach innen und völlig unbehelligt aus sptzem Winkel ab – Cichos mit großer Tat. Auf der anderen Seite brachte Pascal Hackethal eine Ecke von rechts nach innen, Paul Grzega lief auf den ersten Pfosten zu und wischte das Spielgerät mit dem Scheitel in die lange Ecke (71.) zum hoch verdienten Ausgleich. Fünf Zeigerumdrehungen später eine kuriose Szene, als Lukas Cichos dem Ball entgegen lief, den er locker hätte fangen können, doch Fabian Zeidler bekam die Kugel unabsichtlich an den Rücken, die daraufhin an Cichos vorbei Richtung Tor rollte. Mit einem Hechtflug setzte der Germanen-Kapitän zur Rettung an, erwischte dabei irgendetwas zwischen Ball und Gegenspieler, ehe Sandri das Spielgerät per Vollspann aus der Gefahrenzone drosch. Hier reklamierten die Gäste vehement „Elfmeter“, doch die insgesamt sehr souveräne Schiedsrichterin Christine Weigelt entschied auf Weiterspielen. Fabio Ertmer (80.) zielte noch knapp vorbei, ehe Davis Boateng einen weiteren Assist von „Hacke“ (84.) endlich zum 2:1 in die Maschen nickte. Die letzte gefährliche Eingabe des SC von rechts rutschte an Freund und Feind vorbei (90.+4), da verfehlten die Gäste den Last-Minute-Ausgleich nur um die berühmte Schuhspitze...