Drei Tore und drei Punkte – gelungener Auftakt
NOFV-Oberliga Süd: FC Grimma – VfB Germania Halberstadt 0:3 (0:1)
(von Bernd Waldow)
Schon länger „scharrten sie mit den Hufen“, um endlich wieder um Punkte kämpfen und spielen zu können. Nun klappte es, zum ersten Mal in diesem Kalenderjahr und zum ersten Mal auf Naturrasen. Dieser zeigte sich in Grimma zwar etwas stumpf, aber ansonsten in ordentlichem Zustand. Die Akteure schienen sich bei frühlingshaftem Wetter auch sehr wohl zu fühlen, spürten sich endlich wieder in ihrem Element. So ging es auch von Beginn an munter hin und her. Pascal Hackethal setzte das erste Achtungszeichen, brachte links Joel Klaschka ins Spiel, dessen Flanke aber Keeper Ondrej Cap sicher abfing (5.), bevor im Gegenzug die FC-Aktion im Abseits ihr Ende fand. Nur sechzig Sekunden später viel Mühe für die Gastgeber, eine Hackethal-Ecke am kurzen Pfosten zu klären, im direkten Anschluss aber wurde Alexander Vogel im Strafraum glänzend frei gespielt, schoss jedoch deutlich über den Kasten von Lukas Cichos. Daniel Heinrich flog spektakulär in eine nächste Ecke von Hackethal (9.), verfehlte das Spielgerät denkbar knapp. Dann eroberte Davis Boateng stark den Ball an der Mittellinie und bediente diagonal perfekt Klaschka (11.), mehr als eine Ecke sprang jedoch nicht heraus. Gegenüber musste Cichos mit einer Faust den Ball nach Ecke klären (13.), bevor Hackethal (17.) seinen Platz im Mittelfeld nutzte und abermals den diagonalen Passweg auf links zu Klaschka inszenierte, der diesmal rechts vorbei schoss. Nach diesen abwechslungsreichen Minuten wurde es etwas ruhiger, vornehmlich spielten sich die Aktionen im mittleren Drittel des Spielfeldes ab. Hackethal probierte es kurz entschlossen aus der zweiten Reihe flach (33.), den von Cap abgewehrten Ball nahm Edhem Hujdurovic direkt, zielte aber zu hoch. Als Grimma den Ball im Mittelfeld eroberte (38.), rollte der Überzahl-Angriff auf das Cichos-Tor zu, doch Fabian Zeidler konnte die Szene noch so eben mit starkem Timing bereinigen. Dann wehrten die Halberstädter einen Ball aus dem Strafraum ab, der jedoch als Direktabnahme aus mehr als 20 Metern gefährlich auf den Kasten des Halberstädter Kapitäns flog, hier streckte sich Cichos mächtig und wischte die Kugel noch mit den Fingerspitzen an den Innenpfosten, von dort prallte das Spielgerät deutlich vor der Linie ins Spielfeld zurück, wo die Halberstädter sicher klären konnten. Ähnliche Situation eine Minute später auf der anderen Seite, nach Abwehr rollte der Ball über den Elfmeterpunkt fast mittig aus dem Strafraum des FC heraus, genau auf Hujdurcovic zu, der im Vollsprint die Direktabnahme wagte (42.) und sehenswert links oben in den Knick traf.
Auch die zweite Halbzeit begann intensiv, beide Torhüter gleich wieder gefordert, aber jeweils Herr der Situation. Für den VfB Germania folgte wieder eine Ecke von rechts mit Hackethal, geschlagen auf den zweiten Pfosten (52.), wo Daniel Heinrich die Kugel mit aller Entschlossenheit zum 0:2 ins Netz drückte. Das allerdings noch keine Vorentscheidung, es blieb eng. Tim Mattheus schoss für Grimma ebenso rechts vorbei ((60.), wie Heinrich nach Hackethal-Zuspiel (62.) auf der anderen Seite. Es folgte eine Schrecksekunde für den VfB Germania (69.), als Hujdurovic nach einem Zweikampf regungslos liegen blieb. Nach kurzer Behandlung ging es zum Glück für ihn weiter. Es folgten Minuten voller Hektik. Die Halberstädter wirkten plötzlich nicht mehr souverän in ihren Aktionen. Cichos fing eine hohe Flanke ab, stürzte dabei jedoch über den eigenen Mann und ging zu Boden, ließ den Ball los (71.), den aber glücklicherweise die Mannschaftskollegen übernehmen konnten, bevor Grimma reagierte. Kurz darauf Cichos an der Strafraumgrenze und plötzlich flog der Ball ins verwaiste Halberstädter Tor. Der Keeper sah es gelassen, hob die Hand und auch der jederzeit sichere Schiedsrichter Leon Maximilian Metz pfiff sofort, hatte ein Handspiel eines FC-Spielers gesehen (72.), was die Gastgeber zur Weißglut trieb. Das Momentum blieb auf Seiten der Gäste: Wie es besser geht, zeigte kühl Paul Grzega (72.), der auf Pass von Hujdurovic direkt im Anschluss abgeklärt zum 0:3 einschob. Nochmals Grzega (81.) nach Vorabeit von Julien Huber (knapp über den linken Giebel) und Stefan Tröger (FC/86.), der rechts vorbei schoss, hatten noch in der Schlussphase gute Chancen, die ungenutzt blieben. Der FC haderte noch einmal mit dem Unparteiischen, wollte nach einem Zweikampf einen Elfmeter, doch Metz, bestens postiert, beurteilte die Szene als fair.
Das Ergebnis sieht somit deutlicher aus, als der tatsächliche Spielverlauf. Am Ende aber zählt der Sieg und es bleibt eine wichtige Erkenntnis: Der VfB Germania blieb auch in diesem Spiel jederzeit sehr konzentriert und völlig unaufgeregt, behielt stets die Ruhe.
