Fußball Oberliga: ... Erste mit erhofftem Heimsieg

Heimsieg zum Abschluss der „englischen Woche“

NOFV-OL Süd: VfB Germania :VfB Empor Glauchau 3:1 (1:1)

(von Bernd Waldow)

Nach den Kräfte zehrenden XXL-Paketen in Stendal und Auerbach, die jeweils enormen zeitlichen und physischen Aufwand bedeuteten, stand nun die Aufgabe an, einen ambitionierten Aufsteiger seriös zu bespielen und drei Punkte zu holen. Es entwickelte sich schnell eine Partie, die vor beiden Toren erste Chancen erzeugte. Trotz vermeintlich schwerer Beine, zeigte der VfB Germania eine ordentliche Dynamik in seinem Spiel. Dennoch kam auch der Gast zu einigen hochwertigen Möglichkeiten. Als Emilio Stobbe mit starkem Solo links in den Strafraum eindrang (7.), ließ er seinen Bewacher mit einer Körpertäuschung gekonnt aussteigen, hatte dann die Ruhe, Torhüter Niclas Wiener keine Abwehrchance zu lassen und zum 1:0 ins lange Eck zu vollstrecken. Ein Auftakt nach Maß, den die Halberstädter aber schnell wieder her schenkten. Nach einer Ecke verlängerte Marcin Sieber per Kopf ins Zentrum, dort blieb die Kugel liegen und die Halberstädter waren sich uneins, wer denn das Spielgerät nun aus der gefährlichen Zone entfernen würde. Am Ende tat es niemand, die Einladung nahm Lucien Hertel dankend an (11.) und schob den Ball rechts unten zum Ausgleich ins Netz. Die Intensität in der Folge nicht so hoch, wie zuletzt in Auerbach, trotzdem gab es Chancen. Paul Grzega brachte eine Ecke von Pascal Hackethal klasse aufs Tor (17.), doch der Ball wurde noch abgefälscht – neben das Tor. Danach wieder Stobbe (19.) stark über links, legte von der Grundlinie überlegt zurück auf Grzega, dessen Vierzehn-Meter-Schuss knapp über die Querstange rauschte. Anschließend wurde das Geschehen etwas ruhiger, gab es nur noch wenige potentielle Möglichkeiten bis zur Pause. Die beste in dieser Phase hatte noch Glauchau (28.), nach Einwurf von Tommy Barth und anschließendem Kopfball von Marian Albustin, den Fabian Guderitz sicher abfing. Danach wieder der VfB Germania, der in diesem seltenen Fall einen „zweiten Ball“ behaupten konnte, den Hackethal scharf nach innen brachte, wo Grzega die Kugel über den Schädel streichen ließ, aber am hinteren Fünfmeter-Eck Silvio Rust lauerte, der technisch anspruchsvoll die Direktabnahme ansetzte und nur knapp scheiterte (30.), weil der Ball vom linken Innenpfosten wieder zurück ins Feld sprang. Hier die Gäste im Glück, aber kurz darauf im Pech, als Philipp Sovago aus der Drehung hauchdünn über den linken Giebel zielte (38.), so dass es beim Stande von 1:1 in die Kabinen ging.

Nach dem Seitenwechsel musste Fabian Guderitz zuerst ran und einen Albustin-Schuss zur Ecke lenken (50.), ehe auf der anderen Seite Vinicius Sandri in guter Position Maß nehmen konnte (53.), das Spielgerät aber an der rechten Torstange vorbei schoss. Drei Zeigerumdrehungen später konnte sich Joel Klaschka rechts im Strafraum durchsetzen, fand mit seinem Service allerdings keinen Abnehmer. Vor dem Guderitz-Kasten zeigte dann Hertel Mut bei einer Direktabnahme (58.), setzte seinen Versuch aber zu hoch an. Der nächste Halberstädter Angriff wurde dann regelwidrig gestoppt, hier hatte der, gemeinsam mit seinen Assistenten jederzeit

 souveräne Spielleiter Andy Stolz das Foul an Klaschka jedoch noch vor dem Strafraum gesehen, was einige Halberstädter etwas verwunderte, die schon nach einem Elfmeter lechzten. So oder so – Chefsache! Das bedeutete, Kapitän Hackethal nahm sich des Standards an. Es folgte ein perfekter Schuss (65.), „Hacke“ streichelte den Ball förmlich um die Mauer herum in den rechten oberen Winkel – der Lohn nimmermüden Trainingsfleißes. Doch mit dem 2:1 war längst noch nicht „der Deckel drauf“, denn auch Glauchau witterte noch Chancen, den nur knappen Vorsprung der Hausherren noch zu egalisieren. Diese Ein-Tore-Führung hielt zunächst einmal Guderitz mit seiner Parade gegen Barth (80.) fest. Beide Teams, übrigens gleichermaßen personell arg gebeutelt, gingen in der Schlussphase noch einmal an die letzten Kraftreserven, Hochglanz-Fußball kam dabei überwiegend nicht mehr heraus.

 

Doch die letzte Szene bot noch einmal große fußballerische Klasse, in einer Kombination von Edhem Hujdurovic, der Pascal Hackethal bediente, dessen feiner Steckpass Emilio Stobbe fand, der wiederum sehenswert per Hacke auf Davis Boateng ablegte, der ruhig die freie Bahn zum Tor suchte und fand und zum 3:1-Endstand einnetzte (90.), bevor der Referee die Begegnung unmittelbar danach beendete. So fanden sieben Tage voller Abnutzungskampf schließlich für den VfB Germania ein Happy-End...