Punkteteilung im Nachholspiel unter Flutlicht
NOFV-OL Süd: VfB Germania Halberstadt – RSV Eintracht Stahnsdorf 0:0
(von Bernd Waldow)
Beide Trainer zeigten sich nach dem Spiel mit dem einen Punkt weitestgehend einverstanden, unterschiedliche Ausrichtungen, um zum (Teil-)Erfolg zu kommen, sprachen sie an, um anschließend ihren jeweiligen Teams auch entsprechend Anerkennung zu zollen.
Die Begegnung fand von Beginn an unter größter taktischer Disziplin statt, so dass es für die Zuschauer nicht unbedingt ein Festival an spektakulären Torszenen wurde. Dennoch gab es einige verheißungsvolle Momente in der Torannäherung. Der RSV legte mit einer Flanke von der rechten Seite los (4.), die Fabian Guderitz einige Probleme bereitete, doch gemeinsam mit den aufmerksamen Abwehrkollegen konnte die Situation bereinigt werden. Auf der anderen Seite war Pascal Hackethal der erste Absender eines Torschusses, als er nach Ecke über Umwege an den Ball kam, sein Versuch jedoch geblockt wurde, wie auch der folgende zweite Schuss nach der zu kurzen Abwehr. Marcel Kohn, zurück im Halberstädter Abwehrzentrum, löschte dann per Kopf nach einer Freistoß-Eingabe von links (14.) – nicht einfach, denn die Verteidiger schauten in die tief stehende Abendsonne. Kurios die folgende Szene vor dem Tor von Liam Brenn, der schon geschlagen war, als ein Hackethal-Einwurf vom RSV so verlängert wurde (15.), dass Dominik Kruska gerade noch auf der Linie klären konnte. Die bis dato beste Tormöglichkeit ergab sich für den RSV, der nach einem Halberstädter Freistoß den Konter fuhr, der nach einigen Pässen bei Kruska landete, der per Kopf aus Nahdistanz am klasse Reflex von Guderitz (27.) scheiterte. Dann ging es wieder auf die andere Seite, wo Paul Grzega eine Flanke mit dem Kopf nicht richtig erwischte, doch Davis Boateng aufmerksam den Ball noch einmal nach innen brachte (30.), wo Edhem Hujdurovic zum Abschluss kam, der allerdings durch die vielbeinige RSV-Abwehr zur Ecke abgelenkt wurde. Noch ein weiterer Schuss von Halberstadts Nummer 11 flog Richtung RSV-Tor (45.+1), rauschte aber knapp an der rechten Torstange vorbei.
Nach dem Wechsel ging es ähnlich ausgeglichen weiter, Emilio Stobbe konnte an der Strafraumlinie noch am Schuss gehindert werden (53.), doch das Spielgerät landete bei Hackethal, der unter schwieriger Körperhaltung den Abschluss versuchte, dieser Schuss, noch abgefälscht, war dann aber für Brenn kein Problem. Auch Guderitz hatte kein Problem, auf der anderen Seite eine hohe Flanke (55.) sicher herunter zu pflücken. Danach jedoch wurde es richtig heiß, als Silvio Rust der Ball versprang, den Routinier Matthias Steinborn eroberte, der in zenraler Position nun allein auf Guderitz zusteuerte, doch die zweite Nummer 1 des VfB Germania, der Cichos-Vertreter mit der Rückennummer 32, machte sich ganz groß und konnte den Einschlag mit dieser Rettungstat verhindern. So blieb vieles in dieser Begegnung weiterhin ausgeglichen, auch die nächsten Abschlüsse hatten ähnlich gefährliche Ansätze (Hackethal per Dropkick über das Tor/ 75. und Till Plumpe per Kopf deutlich neben den Kasten /78.), führten aber schließlich zu nichts. Rust setzte per Kopf zu einer grandiosen Rettungstat nach Flanke an (86.), die Ecke danach konnte Guderitz sicher abfangen. So blieb es schließlich bei einem torlosen Spielausgang, mit dem beide Teams wohl leben können. Dem VfB Germania merkte man in der Schlussphase allmählich an, dass die hoch-intensiven Unterzahl-Belastungen des Samstag-Spiels noch in den Knochen steckten. Trotzdem blieb das Team stabil und konzentriert. Nach den Erlebnissen des Krieschow-Spiels tat es der Mannschaft auch ausgesprochen gut, dass die erfahrene Schiedsrichterin Christine Weigelt mit ihren Assistenten Lucas Leihkauf und Oliver Berg einen vorzüglichen Job verrichtete. Unaufgeregt, mit klaren Gesten und eindeutiger Kommunikation, stets auf Ballhöhe, hatte das Trio die Begegnung jederzeit souverän im Griff, ohne sich dabei in den Vordergrund zu bringen. Für diesen ordentlichen Fußballabend gab es von den Rängen dann auch zum Abpfiff verhaltenen Applaus. Es war kein Spektakel, doch hatten die Besucher durchaus ein Gespür für das, was die Mannschaft dennoch hoch diszipliniert abgearbeitet hatte.
