Fußball Oberliga: ... Erste mit Auswärtssieg an die Tabellenspitze

Ersehnter Auswärtssieg durch „Lucky Punch“ von Emilio Stobbe

OL Süd: SG Union Sandersdorf – VfB Germania 1:2 (0:1)

(von Bernd Waldow)

In der Statistik findet sich das gleiche Endergebnis, wie vor Wochenfrist in Burg, doch es war ein gänzlich anderes Spiel. Vergleichbar allerdings die Tatsache, dass der Gastgeber jeweils versuchte, durch das Ausweichen auf einen Nebenplatz Vorteile für sich zu ziehen.

Das bedeutete in Sandersdorf, dass man die Spieler auf den stumpfen und nicht ganz ungefährlichen Kunstrasenbelag schickte. Bei besten Wetterbedingungen schien das satte Grün des Stadionovals, das nebenan in der Herbstsonne lag, beinahe höhnisch zu grinsen...

Manuel Rost hatte bei Bekanntwerden dieser Maßnahme nur kurz kommentiert, man würde die Dinge so annehmen, wie sie nun mal nicht zu ändern seien und versuchen, trotzdem die drei Punkte mitzunehmen. Diesen Plan wollten auch seine Schützlinge erkennbar umsetzen, gaben früh die Richtung vor. Edhem Hujdurovic trieb die Kugel beharrlich durch das gesamte Mittelfeld, schloss dann wuchtig ab (4.), traf allerdings etwas zu hoch. Danach folgte eine Ecke für den VfB Germania, die der Gastgeber nicht vollends verteidigen konnte, der zweite Anlauf, wieder über die rechte Seite, folgte prompt und Torhüter Yann-Erik Räthel schien das Spielgerät bereits in der Luft gefangen zu haben, ließ es aber anschließend aus den Händen gleiten. Philipp Heller lauerte im hinteren Strafraumeck und konnte mit tollem Einsatz die Chance nutzen (5.), verwertete das Missgeschick zur frühen Führung für sein Team. Dass Union nach einer Viertelstunde zum ersten Abschluss kam, war der Tatsache geschuldet, dass ein Foul an Heller nicht geahndet wurde, doch nutzen konnte die SG das nicht. Eine präzise Flanke von der linken Seite erreichte stattdessen Emilio Stobbe auf der anderen Seite, doch er köpfte über den Querbalken. Sandersdorf kam dann eher zufällig zu einer guten Möglichkeit (20.), als Lukas Cichos einen leicht abgefälschten Ball parieren musste.

Zehn Minuten später wieder Sandersdorf nach Foul im Vorteil, diesmal war Stobbe mit beiden Händen gezogen worden, woraufhin es einen Überzahl-Angriff der Heimelf gab, den die Halberstädter aber sauber ablaufen konnten. Dann wieder der VfB Germania (34.), nach Freistoß von Pascal Hackethal gab es Ecke und gleich noch eine, beide brachten nichts ein.

Geschlagen gewesen wäre dann wohl Cichos, als Cedric Sponholz ansatzlos aus mehr als zwanzig Metern von halb links am Tordreieck nur hauchdünn vorbei zielte (39.).

Gleich darauf tauchte Walter plötzlich frei vor dem Schlussmann der Halberstädter auf (42.), doch auch hier fiel nicht der Ausgleich, denn Cichos war mit einer Fußabwehr zur Stelle.

Der Schlusspunkt in einer intensiven ersten Halbzeit war ein Foul am ballführenden Daniel Heinrich, dem es von hinten in die Beine ging – auch hier kein Pfiff. Halbzeit 0:1.

Auch in der zweiten Hälfte wogte das Spielgeschehen hin und her. Einer von einigen schweren Fehlern im Spielaufbau des VfB Germania (47.) rief sofort wieder Cichos auf den Plan, der retten musste, bevor auf der anderen Seite Davis Boateng sein Glück versuchte (48.) – vergeblich. Niemand in der Halberstädter Abwehr fühlte sich in der folgenden Szene verantwortlich (52.), so dass Louis Walter unbehelligt durch die Germanen-Abwehr spazieren und frei zum 1:1 einschieben konnte. Nicht das einzige Mal, dass die Abwehr des VfB Germania an diesem Tag wackelte. Doch es gab auch Chancen für den VfBG. Mehrfach gerade noch geblockte Abschlüsse und ein Hujdurovic, der im Vollsprint auf das Tor zulief, im Sechzehner allerdings zu Fall gebracht wurde (76.) – erneut blieb die Pfeife stumm...

Paul Grzega nahm Joel Klaschka mit (86.), der jedoch frei nicht an Räthel vorbei kam.

Doch der VfB Germania erhöhte weiter die Schlagzahl. Und wie heißt es doch so treffend im Germanen-Lied: „Der Wille wird zum Sieg uns tragen...“. Und tatsächlich, der unbedingte Wille jedes einzelnen Spielers, auf oder neben dem Platz zu pushen, zu agieren, zu unterstützen, dieser Wille war der Schlüssel zum Sieg. Dass Julius Mehnert (SGU) noch per Ampelkarte vom Platz flog (90./ wiederholtes Foulspiel), war kaum ein Kriterium, wohl aber ein später Freistoß (90.+2), für dessen Ausführung „Hacke“ tief in die Trickkiste gegriffen hatte: Als alle mit einem straffen Torschuss rechneten, bediente er butterweich Emilio Stobbe am Elfmeterpunkt, der den Ball annahm, sich drehte und überlegt zum viel umjubelten 1:2 traf. Damit wurden auch die Halberstädter Zuschauer (gut ein Drittel der insgesamt 89) für die permanente Unterstützung noch belohnt. Gemeinsam feierte man ausgelassen das Erklimmen der Tabellenspitze, zumindest für diesen Tag.