Trauer um Thomas Schmeißer

Trauer um Thomas Schmeißer

(bw) Es ist seit längerer Zeit eine harte Zerreißprobe für unsere Vereinsfamilie, wiederholt macht sich Fassungslosigkeit breit, wenn es gilt, schon wieder einem treuen Kameraden das letzte Geleit zu geben. Am 3. März verstarb nun Thomas Schmeißer, wie seine Familie mitteilte. Mit ihm verlieren wir eine weitere Ikone einer großen Fußballzeit unseres Vereins, in der wechselhafte Geschichte von Thomas Schmeißer maßgeblich mitgeschrieben wurde.

So gehörte er bereits 1975/76 zu der Mannschaft, die als Bezirksmeister unter Trainer Joachim Pegelow den Wiederaufstieg in die DDR-Liga perfekt machte. Auch in der Wende- und Nach-Wende-Zeit durchlebte Thomas Schmeißer die Phase, als mit der Neu-Gründung des ESV Germania 1900 eine Ausgliederung versucht wurde. Er war für alles offen, wichtig war für ihn der Kreis seiner Kameraden im Team. Es entstanden enge Freundschaften, die über das schlichte Kollektiv-sein weit hinaus gingen. Um einen Scherz oder einen coolen Spruch war Tommy nie verlegen. Er vereinte Zuverlässigkeit und Herzenswärme in großartiger Weise. Thomas Schmeißer prägte, nach seiner Laufbahn bei unserem Flaggschiff, viele Jahre das Gesicht der Zweiten. Als Spieler und auch als verantwortlicher Trainer, zusammen mit Nothe, gelang ihm  die Installation von jungen Leuten und erfahrenen Fußballer in einer soliden und erfolgreichen Reservemannschaft. Auch nach der aktiven Zeit hielt er den Ehemaligen die Treue, blieb Fußball in unserem Verein für ihn wichtiger Lebensinhalt. Die einst geknüpften Freundschaften hielten auch und besonders, als er seit einiger Zeit gegen eine tückische Krankheit kämpfen musste, die ihn deutlich gezeichnet hatte. Dennoch strahlte er viel Lebensmut aus, war begeistert vom Festwochenende anlässlich der 125-Jahre-Feier im letzten August. Das war ganz nach seinem Geschmack, dass hier die „Alten“ ihren großen Bahnhof bekamen und der Verein auf diese Weise auch der Gefahr des vergessen-werdens ein wirksames Zeichen entgegen setzte. Den Plausch im Schraube-Museum anlässlich des Legenden-Abends mit Dirk Kanter, Bernd Waldow und Frank Nothnagel – einem seiner engsten Freunde überhaupt – nahm er gerne noch mit, genoss und amüsierte sich noch einmal über die Geschichte und Geschichten von einst. Viele gewonnene Kämpfe kamen noch einmal in Erinnerung, bevor er nun seinen letzten, entscheidenden Zweikampf, endgültig verlor. Es ist müßig, die Lücke schließen zu wollen, die Thomas Schmeißer hinterlässt, doch mit Erinnerungen an so viele tolle Erlebnisse kann man sie vielleicht ein wenig auffüllen. Das kostet Kraft, braucht Willen, aber es hilft. Nicht sofort, aber auf Zeit.

Der VfB Germania Halberstadt e.V. teilt den Schmerz seiner Liebsten, fühlt sich ihnen eng verbunden. Das Andenken an Thomas Schmeißer werden wir in Ehren bewahren.

 

Mach´s gut, Tommy, wie schön, dass du an unserer Seite warst, wir verneigen uns in Dankbarkeit und wünschen dir eine gute letzte Reise!