Cleverer Favorit nimmt die Punkte mit nach Sachsen
NOFV-OL Süd: VfB Germania – SC Freital 1:3 (0:0)
(von Bernd Waldow)
Der VfB Germania wollte die Möglichkeit zur Trendwende auf heimischem Rasen nutzen, kassierte am Ende aber erneut einer Niederlage. Dabei begannen die Halberstädter durchaus couragiert, Paul Grzega gehörten die ersten beiden Versuche der Begegnung. Zielte er zunächst aus 16 Metern zentral noch zu ungenau (3.), fehlte beim zweiten Abschluss, einer technisch sauberen Direktabnahme eines Zuspiels von Pascal Hackethal, aus der Drehung (6.) nicht viel. Auch eine Ecke von Hackethal (16.) wurde gefährlich, schließlich aber verpassten zwei potentielle Zielspieler am zweiten Pfosten ganz knapp.
Eine der schönsten Kombinationen der ersten Halbzeit gehörte ebenfalls den Gastgebern (20.), es ging schnell über die linke Seite, dann nach innen, wo final Vinicius Sandri den Ball serviert bekam, dessen 18-Meter-Schuss jedoch von Torwart Matti Kamenz pariert wurde.
Freital hatte sich auch das eine oder andere Mal in die gefährliche Zone der Halberstädter bewegt, kam aber bis dato nur zu einigen Ecken, während der nach auskurierter Verletzung wieder ins Tor gerückte Kapitän Lukas Cichos noch keine Möglichkeit hatte, sein Können unter Beweis zu stellen. Stattdessen schnupperte auch Edhem Hujdurovic am Führungstor, einen sehenswerten 25-Meter-Schuss setzte er ab (40.), der nur knapp über die Querstange flog. Schließlich gab es noch einen Kopfball von Marcel Kohn (45.), der ebenfalls etwas zu hoch angesetzt war, bevor nach exakt 45 Minuten der Pausenpfiff das torlose Spiel für 15 Minuten unterbrach. In den zweiten Durchgang hinein startete der VfB Germania ebenfalls zielgerichtet, holte zwei Ecken heraus und brachte es auf einen Distanzschuss durch Kohn. Wirklich gefährlich wurden die nicht, aber sie gaben zumindest die Richtung vor, in die es gehen sollte. Eigentlich im Niemandsland, etwa Mitte der eigenen Hälfte, erkannte Schiedsrichter Leon Maximilian Metz dann ein Foul von Hujdurovic. Paul Horschig nahm Maß (52.) und zirkelte den Freistoß aus fast dreißig Metern in den linken Winkel – so hoch und weit Cichos auch flog, da war nichts zu halten, ein Tor, wie man es nur in Ausnahmefällen erzielt. Pech für die tapferen Halberstädter, die bis dahin taktisch ordentlich gespielt hatten und drauf und dran waren, sich selbst aus der Sieglos-Serie zu befreien. Beinahe hätte Emilio Stobbe (zu Beginn der zweiten Halbzeit für den angeschlagenen Sandri eingewechselt) den Rückstand egalisieren können, doch blieb der Abschluss erfolglos (61.), nachdem er sich zuvor sehenswert gegen vier Freitaler durchgesetzt hatte. Stattdessen schlug es kurz darauf auf der anderen Seite erneut ein. Eine Eingabe von links klärte Kohn zunächst, doch der abgefälschte Ball landete genau vor den Füßen von Colin vobn Brezinski (64.), der aus wenigen Metern keine Mühe hatte, die Kugel zu versenken. Das allerdings war ein Wirkungstreffer für die Truppe von Manuel Rost. Jetzt kontrollierte der Gast plötzlich die Begegnung mit der Sicherheit der Zwei-Tore-Führung im Rücken. In der gefährlichen Zone bekamen die Halberstädter in der Folge zunächst keinen Zugriff mehr. Nach vielen Wechseln auf beiden Seiten war auch der Spielfluss insgesamt deutlich abgeebbt. Das änderte sich, als Philipp Heller eine gute Idee hatte. Aus dem Mittelkreis heraus schickte er Klaschka steil in die Tiefe, der übernahm das Spielgerät und blieb auch vor Torhüter Kamenz kühl – schob zum 1:2-Anschlusstreffer ein (81.), womit eine chancenreiche Schlussphase begann. Zunächst konnte sich Cichos auszeichnen (85.), wehrte einen 16-Meter-Schuss sicher ab, dann machte Grzega auf der anderen Seite eigentlich alles richtig, düpierte seinen Gegenspieler (86.) mit einer Körpertäuschung und schoss platziert ins Richtung rechtes unteres Eck, doch katzengleich schnellte Kamenz nach dorthin und lenkte das Spielgerät noch zur Ecke ab. Aus der heraus befreite sich Freital und schaltete wieder in die andere Richtung. Und obwohl soviel Defensiv-Personal des VfB Germania am Strafraum war, dass Finn Heidler teilweise sogar gedoppelt wurde, durfte er unbehelligt auf der 16-Meter-Linie quer nach innen spazieren (87.), bis die Lücke es zuließ, den Ball rechts unten neben dem Pfosten ins Netz zu schieben. Damit war die Entscheidung gefallen, doch Cichos musste noch einmal Kopf und Kragen riskieren, als William Wessely frei gespielt wurde, links in der Box völlig allein vor Halberstadts Kapitän zum Abschluss kam (90.), die Nummer eins des VfB Germania hier aber nochmals spektakulär retten konnte. So setzte es die nächste Niederlage für die Rost-Schützlinge, deren Aufgabe kommende Woche bei Budissa Bautzen nicht einfacher werden dürfte, sich Selbstvertrauen für das Pokalfinale zu holen...
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Kapitän Lukas Cichos fasste das erlebte im Mannschaftskreis zusammen
